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(Bild: Marys Haus in Narbonne)

Nachdem sie die Pigwidgeon losgeschickt hatten, warteten sie ungeduldig auf Mollys Antwort. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam Rons Eule mit dem Brief von Molly am Bein durchs Fenster geflogen und setzte sich auf den Tisch. Doch als Ron den Brief abnehmen wollte, wurde er von Pig unterbrochen, der ihn solange in die Hand pickte, bis er ihm einen Eulenkeks gab. Als Ron den Umschlag hatte, ging er zum Sofa, gab Harry den Brief und setzte sich neben Hermine. Harry riss ihn aufgeregt auf und holte ein Stück Pergament heraus. Er las vor:

Lieber Harry,

schön mal wieder von euch zu hören. Wie geht es euch? Ist alles gut? Ihr kommt doch zurecht, oder nicht? Wenn ihr Hilfe braucht, gebt Bescheid, ich bin innerhalb von drei Sekunden bei euch. Aber nun zu deiner Frage. Ach eins noch, ich verlange Antworten auf meine Fragen! Nun gut, es tut mir leid, aber über eine zweite Schwester deiner Mutter weiß ich leider nichts. Ich habe auch Arthur gefragt, aber auch er weiß nichts. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die ehemalige beste Freundin deiner Mutter etwas darüber weiß. Ihr Name ist Mary MacDonald und sie lebt, soviel ich weiß, in Frankreich. Leider kenne ich ihre Adresse nicht, aber ihr könnt ja mal im Ministerium nachfragen. Ich hoffe für euch oder gerade für dich, Harry, dass ihr sie findet.

Viele Grüße und denkt an meine Antworten,

Molly"

Als Harry aufblickte, sah er gerade noch, wie Ron genervt die Augen verdrehte. „Typisch Mum. Sie und ihre 10 000 Fragen. Das nervt!", meinte Ron. „Ach lass sie doch", entgegnete Ginny. „Sie macht sich eben Sorgen, so ist sie halt."

„Ronald Weasley, sei lieber froh, dass sie sich um dich sorgt!", rief Hermine entrüstet. „Ist ja schon gut", antwortete Ron überrumpelt. Um die Aufmerksamkeit seiner Freunde auf sich zu ziehen, rief er: „LEUTE!!!" Erschrocken drehten sich alle zu ihm um. „Das ist doch jetzt unwichtig. Darüber können wir später diskutieren. Lasst uns zum Ministerium gehen und Kingsley fragen. Immerhin ist er der Minister", sagte Harry. Also reisten die Freunde per Flohpulver ins Ministerium. Dort angekommen, gingen sie direkt zu Kingsleys Büro im 1.Stock. Doch als sie anklopften, war kein „Herein" zu hören, weshalb sie zu Percys Büro gingen, welches direkt daneben lag. Als sie dort ebenfalls anklopften, hörten sie Percys gedämpfte Stimme durch die Bürotür „Herein!" rufen. Also kamen sie dieser Aufforderung nach. Als sie eintraten, sahen sie Percy, der hinter seinem Schreibtisch saß und einen Brief verfasste. Ohne aufzublicken sagte er: „Hast du schon wieder Probleme mit dem Computer, Schatz?" Hermine räusperte sich laut, um sich bemerkbar zu machen und nicht für Audrey gehalten zu werden. Als Percy aufblickte und bemerkte, wen er da vor sich hatte, legte sich ein leichter Rotschimmer auf seine Wangen. „Oh", sagte er verlegen. „Ihr seid es nur." „Tut uns leid, dich enttäuschen zu müssen, aber leider sind es nur wir und soviel ich weiß, heißt keiner von uns ,Schatz', Bruderherz", sagte Ginny mit neckischem Unterton. „Haha, sehr witzig Schwesterchen", meinte Percy daraufhin. „Was wollt ihr denn überhaupt hier? Ich glaube kaum, dass ihr nur hergekommen seid, um mich zu ärgern, oder?" „Nein, wir brauchen eine Adresse.", mischte Harry sich ein. „Deshalb wollten wir eigentlich zu Kingsley, aber der war nicht da, deshalb sind wir zu dir gekommen." „Verstehe, Kingsley ist in einer Besprechung, deswegen war er nicht in seinem Büro, aber vielleicht kann ich euch helfen. Eine Adresse wollt ihr also? Von wem denn?", wollte Percy wissen. „Von Mary MacDonald", antwortete Ron für Harry. „Aha, warum?" „Weil wir sie etwas Wichtiges fragen müssen", sagte Harry. „Na gut, ich schaue mal nach", sagte Percy und verschwand. Als er nach einer Weile wiederkam, schaute er die Freunde niedergeschlagen an. „Tut mir leid, aber ich hab nichts über eine Mary MacDonald gefunden, aber der Zaubereiminister hat einen Schlüssel für eine spezielle Abteilung, in der es sämtliche Namen von Leuten gibt, die während des ersten Krieges gegen Ihr-wisst-schon-wen geflüchtet sind. Kingsley sollte in etwa einer Stunde wieder da sein." „Okay, dann warten wir", entschied Harry.

30 Minuten später

Plötzlich öffnete sich eine Tür rechts von Harry und die Freunde sahen zu, wie Audrey Weasley, Percys Frau, zu seinem Büro ging. Sie hatte lange hellbraune Haare und ebenso braune Augen. Im Vorbeigehen nickte sie den Freunden zu. Nachdem sie angeklopft hatte und ein „Herein" hörte, trat sie ein und Harry konnte deutlich Percy genervt sagen hören: „Was wollt ihr denn jetzt schon wieder?" „Ich weiß ja nicht, was deine Geschwister dir heute schon angetan haben, aber ich wollte dich nur fragen, ob du mir mit meinem Computer helfen kannst", meinte Audrey. Harry konnte sich bildlich vorstellen, wie Percy rot wurde, als er bemerkte, dass seine Frau vor ihm stand, und Harry musste unwillkürlich grinsen.

35 Minuten später

Harry und seine Freunde sahen, wie Kingsley aus dem Aufzug trat und gingen zu ihm. „Hallo ihr vier, schön euch mal wieder zu sehen, wie geht's euch und was führt euch hierher?", fragte der Zaubereiminister freundlich. „Hallo, schön auch Sie wieder zu sehen, uns geht's gut, danke. Wir brauchen Hilfe bei einer Adresse, aber Percy konnte uns nicht weiterhelfen und meinte, Sie könnten das vielleicht", sagte Ginny. „Aha, und welche Adresse wäre das?", fragte Kingsley. „Die Adresse von Mary MacDonald", antwortete Ron. „Nun gut, ich werde mal sehen, was sich machen lässt." Und kurz darauf war Kingsley im Archiv verschwunden. Als er wiederkam, hatte er ein kleines Stück Pergament in der Hand und gab es Harry. „Hier, Harry, ich habe tatsächlich etwas gefunden. Ich hoffe ihr findet diese Frau, aus welchem Grund auch immer", wünschte Kingsley. Als der Minister in seinem Büro verschwand, fiel Harrys Blick auf das Pergament in seiner Hand.

Mary MacDonald
Rue Racine, 6
Narbonne, 11100
Frankreich

„Na dann, los!", meinte Ron voller Tatendrang. Sie liefen schnell aus dem Ministerium und kaum waren sie draußen, fassten sie sich bei den Händen und apparierten zu der Adresse.

Als Harry die Augen öffnete, standen er und seine Freunde vor einem kleinen Familienhaus in Narbonne, Frankreich.

Würden sie hier Antworten finden?

(Bildquelle: https://tse1.mm.bing.net/th?id=OIP.D6rmRtSXcXdUQg8OPq9VHAAAAA&pid=Api&P=0&w=210&h=159)

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