Der Angriff

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Aufgeregt herumschreiende Kinder tollten durch die Straßen und das Echo der zwitschernden Vögel hallte durch die Wälder, die die Stadt umgaben. Bis auf die herumtollenden Kinder war alles still.

Doch so sollte es nicht bleiben. Ein hysterischer Schrei durchschnitt die Stille und die ganze Menge geriet vor ihren Augen in Panik.

,,Ein Angriff, ein Angriff!", rief jemand. Aurelia zückte ihr Schwert, ging in die Menge und erkannte plötzlich die Angreifer. Trolle.

Es waren nur wenige, und doch richteten sie einen enormen Schaden an. Sie waren so groß wie zwei Mann, und so stark wie fünf. Es waren schlicht und ergreifend böse Geschöpfe.

,,Sie mussten durch den Tunnel gekommen sein ", murmelte sie und blickte sich um. Mehr und mehr Soldaten strömten in die Stadt, um gegen die Trolle anzukämpfen, doch es half nicht viel.

Nebenbei entdeckte Aurelia ein hilfloses Kind, das von einem Troll bedroht wurde. Brüllend nahm sie Anlauf und rammte dem Troll von hinten ihr Schwert in den Rücken. Der Troll krümmte sich und sank schließlich zu Boden und ein scheußlicher Gestank macht sich in der Luft breit. Eigenartig. Trolle waren doch sonst nicht so unvorsichtig. Der Gedanke war jedoch schnell vergessen und sie machte gerade kehrt zu einem Soldaten, der hätte Hilfe gebrauchen können, als sie plötzlich jemand von hinten an der Hüfte packte, in die Luft schleuderte und sie dann unschön auf dem harten Boden landete.

Das letzte was sie noch mitbekam, war, wie ihr jemand unter die Achsel griff und in ein Haus zerrte. Und schon kreisten Sterne um ihren Kopf und sie schloss erschöpft ihre Augen.

Als sie wieder zu sich kam, wechselte ihr gerade jemand den Lappen auf ihrer Stirn, der helfen sollte sie ein abzukühlen. Und so wurde ihre Sicht von Minute zu Minute besser. Fieberhaft sah sie sich nach jemanden um und wurde schon nach kurzer Zeit fündig. "Oh, schön. Sehr schön. Ihr seid aufgewacht. Der Troll hat euch übel angerichtet. Ja,ja. Trolle sind böse Geschöpfe. Sehr böse Geschöpfe. Was soll man da machen?" Schon humpelte er weg, ohne ihr verwirrtes Gesicht erst zu beachten. Man konnte kaum glauben wie schnell der alte Mann war, obwohl er humpelte. Aurelia musste schon anfangen zu rennen, um auf sein Tempo zu kommen.

,,Woher kam der Troll, der mich angriff?", fragte sie voller Erwartung, es von ihm zu erfahren.

,,Lass mich überlegen... Mein Gott, jetzt habe ich die Frage doch glatt vergessen... Ah, ich hab's wieder! Ich werde alt, es ist ganz klar. Weißt du, da gab es mal einen alten Zwerg, der behauptet hatte: Je älter der Körper wird, desto junger wird der Verstand. Hm, so richtig verstanden habe ich den Spruch nie. Naja, Zwerge sind ja sowieso eigenartige Geschöpfe! Deren Arroganz ist größer als sie selbst und mit Hygiene haben sie auch nicht viel am Hut. Ich selber habe einen Freund, der der ein Zwerg ist. Caligra ist sein Name... Kind, was schaust du denn so bedrückt?" Aurelia musste kurz auflachen. ,,Wissen Sie, eigentlich wollte ich nur wissen woher der Troll kam, der mich angriff?" Die schnell eintretende Vergessenheit des alten Mannes brachte Aurelia erneut zum lachen. ,,Ah, der Troll. Stimmt, stimmt. Er ist wieder auferstanden, nachdem Ihr ihm ein Schwert in seinen Rücken rammtet."

Dann hob er gerade eine dicke Katze hoch, die durch Tür hindurchschlüpfte. Schließlich fuhr er fort. ,,Ich habe so etwas einmal gehört, das jemand einen Trank gebraut hat, der demjenigen, der ihn trank, drei Leben vergab. Doch ich lag in der Hoffnung, es wäre nur ein unglaubwürdiges Gerücht. Schließlich ist es höchstgefährlich, solch' eine Macht zu besitzen, vor allem, wenn man diese Macht missbraucht."

Aurelia erschauderte bei dem Gedanken daran, wie mächtig Evilia durch den Trank werden könnte.

Plötzlich wurde Aurelia klar, das sie so schnell wie möglich ins Schloss musste. Es wurden wahrscheinlich schon Sucher nach ihr geschickt.

Lied der LichterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt