An der Tür stand Mira, die Moms Hand fest umklammert hiel, sie sah aus wie der Tod, blass ohne jegliche Farbe im Gesicht, wie oft in letzter Zeit. Ich blieb auf der Treppe stehen und sah zu wie die beiden sich langsam auszogen und Oma in den Flur kam.
"Und?", fragte sie hoffnungsvoll. Sie zitterte und legte Mom eine Hand auf die Wange.
Moms Blick glitt über die schwarz, weißen Fliesen. Sie stützte sich an der Wand ab.
Das sah gar nicht gut aus.
Langsam ging ich die letzten paar Stufen zu ihnen hinunter.
Dann fing Mom leise an zu weinen, sie tat mir so leid. Ich sah zu, wie meine Oma sie in die Küche begleitete. Mira stand einsam und allein im Flur, eigentlich sollte man sie trösten. Aber alle schienen sie vergessen zu haben, Mom war es, die weinte nicht Mira. Wie ich meine kleine Schwester kannte würde sie in der letzten Zeit alles tun, was sie wollte und sich von keinem den Spaß verderben lassen und wie ich Mom kannte würde sie Mira die letzte Zeit ins Bett stecken und mit Tee und Keksen versorgen.
Mit unsicheren Schritten kam sie auf mich zu, ihre Wangen waren so blass wie nie zuvor, so sah jetzt schon aus wie der Tod. Warum musste gerade Sie sterben? Sie war doch noch so jung! Auch Mira stiegen die Tränen in die Augen, ich legte meinen Zeigefinger auf die Lippen und nahm ihre kleine Hand, ich wollte die letzte Zeit noch mit ihr verbringen und niemand würde mich daran hindern können.
Mira und ich liefen nach unten, in ihr Zimmer. Ich holte ihre Barbies aus der Kiste, doch sie schüttelte nur den Kopf, zeigte erst auf mich, dann auf die Tür. Sie wollte allein sein, ich nickte und ging. Auch wenn ich sie nicht allein lassen wollte.
Mein Herz pumpte doppelte so schnell das Blut durch meinen Körper, mein Kinn begann zu zittern, das war eine Angewohnheit, so konnte ich die kommenden Tränen stoppen und zurück drängen, meine kleine Schwester würde sterben. In meinem Ohr rauschte das Blut, warum konnte nicht ich einfach an ihrer Stelle sterben? Ich hatte schon alles erlebt und zu verlieren hatte ich auch nicht wirklich viel, Ryan würde vielleicht traurig sein und Summer auch aber sie würden irgendwann darüber hinweg sein. Ich wollte hier nur noch weg, in den Wald, ein Wolf werden und dann... konnte ich dort meinen Kopf frei kriegen. Also knallte ich die Tür hinter mir zu und rannte die Straße hinunter, auf den mit Schnee bedeckten Laubwald zu, der so unscheinbar wirkte und mehr beherbergt als er von außen zugeben wollte.
Am Rand stand ein Wolf, mit knall gelben Augen und pechschwarzem Fell, er knurrte mich an. Er legte seine Ohren flach an seinen Hinterkopf und bleckte die Zähne, sie hatten bereits eine gelbliche Farbe angenommen. Ich krämmpelte meinen Pulliärmel hoch, wo das riesen Lederband zum vorschein kam, doch der Wolf knurrte weiter, ich hatte das Gefühl er gehörte nicht zu uns, hatte aber trotzdem eine Menschlicheseite.
Er kam näher, wenn ich weglaufen würde käme er hinterher und er war sehr viel schneller als ich, dass wusste ich schon aus Erfahrung. Das bedeutete wohl oder übel; wir mussten kämpfen. Entweder verwandelte ich mich jetzt oder ich musste in meiner Menschengestallt kämpfen. Das Tier sah stark aus, ich schätzte ab, wer wohl gewinnen würde und ich kam auf ein eindeutiges Ergebniss; er.
Wow! So viele Leser *-*
Danke an alle :* hab mich total gefreut ^^Hel, euer Gummibärchen♡♥♡
Dieses Kapitel widme ich Linchen02, immer fleißig komentiert♡
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Und alles ist anders
WerewolfEvelyn und Mira, die beiden Geschwister, leben mit ihren Eltern in London. Eigentlich ist alles perfekt, doch es gibt ein Problem; Mira ist Todkrank, sie macht unzählige Therapien aber es bringt nichts, Evelyn ist am verzweifelt. Mira selbst scheint...