Chapter 40

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Pov. Zombey

Ich klopfte an der Tür. Und als sich nichts tat, klopfte ich auch ein weiteres Mal. Mit einem genervten: "Was?!" wurde sie plötzlich geöffnet. Und ich blickte in dunkelbraune, wütende Augen. Diese Augen... Ich spürte sofort in mir selbst die Wut hochkochen. Aber noch bevor ich reagieren konnte, war er auch schon dabei die Tür zuzuknallen. Ich schaffte es aber gerade noch rechtzeitig meinen Fuß zwischen die Tür und ihren Rahmen zu stellen. Sofort versuchte ich die Tür wieder aufzureisen, was mir allerdings ziemlich schwer fiel. Mit all meiner Kraft schaffte ich es aber dennoch. Und blickte in die Augen von Dados Entführer. Endlich hatte ich ihn gefunden. Ohne ein Wort zu sagen, lief ich einfach auf ihn zu. Er allerdings warf mir nur einen Blick voll von Hass zu. Das war mir egal. Er hatte Dado Schmerzen zugefügt... Und dafür würde er jetzt büßen. Als ich knapp vor ihm zu stehen kam, holte ich auch schon aus, um ihm meine Faust ins Gesicht zu schlagen. Allerdings zuckte ich schockiert zurück, als mir jemand zuvor gekommen war. An mir vorbei flog eine Faust mitten in Nikos Gesicht. Verwundert drehte ich mich um und erkannte da Palle hinter mir stehen. Er fragte mit ernstem Blick: "Das ist er, oder?" Ich nickte ihm nur zu, woraufhin er erwiderte: "Okay, Manu und ich werden ihn hier festhalten und die Polizei rufen. Such du nach Maudado." Ich wollte schon etwas erwidern, allerdings wurde mir dann aber bewusst, dass er recht hatte. Ich musste jetzt unbedingt nach Dado suchen. Also machte ich mich schon auf den Weg, während ich noch eine gehässige Stimme hinter mir rufen hörte:" Oh ja, schnell Zombey. Ich denke, du wirst ganz bezaubert von seinem Anblick sein."

Ich hatte schon einige Zimmer durchsucht, in welchen ich allerdings keine Spur von Dado gefunden hatte. Nun steuerte ich auf den Keller zu. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich richtig sein musste... Denn die Eisentür zum Keller war von außen mit mehreren Schlössern versehen. Ich drückte sofort die ganzen Schlösser zur Seite, dann öffnete ich die schwere Eisentür. Und zum Vorschein kam eine hölzerne Treppe, welche in die Dunkelheit führte. Mit meiner Hand strich ich vorsichtig über die kalten Holzwände. Wenn mich nicht alles täuschte, war es hier irgendwie besonders kalt drinnen im Gegensatz zum Rest des Hauses. Naja, war ja auch ein Keller. Ich hielt inne, als ich mit meiner Hand einen Lichtschalter erfasste. Und das was ich sah, als ich ihn betätigte, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Es fühlte sich an, als würde jemand mit einem brennenden Dolch mein Herz bei lebendigem Leibe heraus schneiden... Nur um es dann zu zerfetzen und mir in Einzelteilen wieder zurück in die Brust zu stecken. Sofort wurde mir schwindelig, als ich da einen Körper auf dem Boden liegen sah. Und mir trieb es Tränen in die Augen, als ich den blonden Schopf meines geliebten Dados erblickte. Jetzt wirkten seine süßen Locken auf einmal blass und Blut durchzog die Haarspitzen. Sein Gesicht war zur Hälfte zum Boden gedreht, ich konnte aber dennoch blaue Flecken und Blut darin erkennen. Diese waren generell über seinen ganzen Körper verteilt. Das konnte man sehr gut erkennen, denn er trug überhaupt keine Kleidung. Er war komplett nackt. Und die Knochen, die unter seiner blassen Haut hervorstachen, verrieten mir, dass er wohl kaum etwas zu essen bekommen hatte. Außerdem waren Seile fest um seine Fuß- und Handgelenke gebunden. Ich hatte bei diesem Anblick die Luft angehalten. Es war nun so still, dass ich Dados schweren, rasselnden Atem hören konnte. Er hatte die Augen zu und schien sich gar nicht von meiner Anwesenheit beeindrucken zu lassen. Ich wusste, dass er Schmerzen hatte und versuchte sie zu verstecken... Denn ich erkannte die Anspannung in seinem Gesicht. Und dieser Anblick ließ mein Herz erneut zerbrechen. Ich hatte mir immer ausgemalt, wie froh ich wäre, wenn ich Dado endlich wieder in meine Arme schließen konnte. Nun hatte ich ihn gefunden.. Aber ich hatte nicht die Kraft dazu, froh zu sein. 'Wie konnte er dir nur so etwas schreckliches antun?', schoss es mir durch den Kopf und ließ einen Bach von Tränen meine Wangen hinab laufen.
Langsam setzte ich mich auch in Bewegung und lief die Treppen hinunter. Als ich unten bei ihm ankam, zog ich als erstes meine Jacke aus und legte sie über Dados nackten, zitternden Körper. Ich griff nach seiner Schulter, um ihn aufzurichten, aber er zog nur scharf die Luft ein und zuckte zusammen. Also ließ ich ihn sofort wieder los. Ich wisperte: "Dado... Ich bins." Daraufhin hob er seinen Kopf und wandte seinen Blick zu mir. Und was ich sah, ließ mich nur noch mal mehr zerbrechen. Ich blickte in Dados grün-gelbe Augen. Aber ich konnte nicht mehr dieses Funkeln in ihnen erkennen, was ich so liebte und was mich immer an einen Frühlingsmorgen erinnerte. Dieses Funkeln war erloschen. Stattdessen wirkte die Farbe seiner Augen stumpf. Er blickte mich mit einem kalten, misstrauischen Blick an, den ich vorher noch nie an ihm gesehen hatte. Und dieser versetzte mir ein Stich ins Herz. Daraufhin legte er seinen Kopf ohne ein Wort zu sagen nur wieder erschöpft zurück auf den kalten Boden...

Pov. Maudado

Er war wieder da. Ich sah direkt in die traurigen Augen in der Gestalt meines geliebten Micha's. Dieser Blick versetzte mir ein Stich ins Herz, auch wenn ich wusste, dass er nicht echt war. Micha war nicht hier und würde es auch niemals sein... Stattdessen wurde ich hier andauernd von Halluzinationen in Form seiner Gestalt heimgesucht. Es war wirklich schmerzlich und ich wollte, dass mein Hirn endlich aufhörte, ihn mir zu zeigen. Ich konnte es nicht länger ertragen, ihn sehen zu müssen und dabei zu wissen, dass ich ihn nie wieder in meine Arme nehmen konnte. Ich war alleine hier, aber dennoch murmelte ich Micha's Gestalt beziehungsweise meinem eigenen Hirn zu: "Los, mach schon... Sag mir schon, dass du mich hasst und dass ich mich umbringen soll." Plötzlich hörte ich wie er erschrocken, scharf Luft einsog und mit bestimmter, aber zittriger Stimme sagte: "So etwas würde ich niemals zu dir sagen, Dado. Ich habe dich die ganze Zeit verzweifelt gesucht. Und ich liebe dich, Dado... Ich liebe dich über alles. Ich liebe dich mehr als mein Leben." Mir drangen auf einmal Tränen in die Augen. Merkwürdig... Ich dachte, ich hätte mittlerweile die Fähigkeit verlernt, zu weinen. In mir waren keinerlei Gefühle mehr außer dem Wunsch zu sterben. Aber dennoch... Liefen mir auf einmal Tränen die Wange hinab. Schluchzend murmelte ich: "Ich weiß, dass du nicht echt bist. Du bist nur wieder eine dieser Halluzinationen, die mir erst Hoffnung schenkt, um mir danach einfach den Boden unter den Füßen wegzuzuziehen. Ich will nicht, dass ich dich noch länger sehen muss. Es tut so weh dein Abbild zu sehen und zu wissen, dass ich dich nie wieder sehen werde. Es tut einfach nur weh...Und ja, ich weiß, dass ich hier gerade mit meinem eigenen Hirn rede, was mir mal wieder alles mögliche vorgaukeln will. Aber das ist mir egal... Denn ich bin doch eh schon verrückt. " Wütend und verzweifelt zugleich schlug ich mir mehrmals mit den Händen ins Gesicht, nur um mich am Ende verkrampft in meinen eigenen Haaren festzukrallen. Plötzlich aber spürte ich die Wärme einer anderen Hand auf meiner lasten. Und als ich verwirrt aufblickte, sah ich gerade noch wie Micha meine Hände an seine Wange zog. Ich blickte in sein vom weinen gerötetes Gesicht und spürte seine Wärme in meiner Handfläche. Und dann meinte er schon mit zittriger Stimme: "Ich bin hier, Dado. Ich bin es wirklich. Ich bin keine Halluzination." Was hatte er da gerade gesagt? Er war es wirklich? Langsam richtete ich mich auf und fuhr ihm ungläubig mit meinen Fingern über die Wange. Seine Wärme drang sofort durch mich hindurch, wie das wohlige Gefühl der ersten Sonnenstrahlen eines warmen Sommermorgens. Es hinterließ ein wohliges Kribbeln in meinen Fingerspitzen. Ich blickte ihm noch immer in seine, durch Tränen glasig wirkenden, Augen. Dieses durchdringende Blau... Er konnte doch keine Halluzination sein. So eine wunderschöne Farbe könnte mein Gehirn niemals produzieren. Und mit schwacher Stimme hauchte ich: "M-Micha...? Bist du es wirklich...?" Er erwiederte mit einem Lächeln: "Ja, Dado. Ich bin es. Ich bin gekommen, um dich zu retten." Ich wusste in diesem Moment nicht länger, was ich denken und fühlen sollte. Schon längst hatte ich aufgegeben, ihn jemals wieder zu sehen. Schon längst hatte ich mich alleine mit Gedanken selbst begraben... Aber nun saß er hier direkt vor mir. In Fleisch und Blut. Zwar hatte er ziemlich abgenommen und wirkte auf mich sehr müde... Aber dennoch saß er da und blickte mir mit diesem wohligen Blau in meine eigenen Augen. Und obwohl mich diese Situation einfach nur überforderte und ich meine Gefühle nicht in Worte verpacken konnte, drang da plötzlich ein Schwall an Gefühlen aus mir heraus und machte sich in Form von lautem Weinen bemerkbar. Ich ließ meinen Kopf sofort an Micha's Brust fallen und drückte mich so sehr an ihn, wie es mir mit den Fesseln nun mal möglich war. Er legte sofort seine Arme um mich und drückte sich ebenfalls an mich. Diese Wärme... Dieser Geruch... Diese Vertrautheit... Ich hätte niemals damit gerechnet, sie jemals wieder spüren zu dürfen. Aber er hatte mich endlich gefunden... Und rettete mich somit schon wieder. Ich spürte wie er mir beruhigend über den Kopf strich und hauchte: "Hab keine Angst mehr, Dado. Jetzt ist alles vorbei. Ich verspreche dir, dich nie wieder loszulassen. Ich bin bei dir und werde dich beschützen. Und keiner wird dich mir mehr wegnehmen können."

Nachdem Micha mir die Fesseln von den Händen und Füßen gelöst hatte, hüllte er mich in seine lange Winterjacke ein und nahm mich auf Händen hoch. Danach lief er mit mir die Treppe nach oben und als wir gemeinsam den dunklen Keller verließen, atmete ich erleichtert auf und schmiegte mich noch näher an seinen warmen Körper. Mir fuhr ein leises: "Ich liebe dich..." über die Lippen, woraufhin ich sofort spürte wie Micha mir einen sanften Kuss auf die Haare gab: "Ich liebe dich auch."

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Heyho, ihr lieben Leutis da draußen! Hier ist Kapitel 40. Und ich hab die nächste Zahl mit Null hinten erreicht...yay! 😂 Und dazu ist dieses Kapitel auch noch so ein besonderes und emotionales Kapitel. Endlich haben sich die beiden wieder gefunden. 😭 Das war echt eine schwere Geburt.

Naja, das wars dann auch schon von mir. Ich geh dann mal in meine Ecke, um zu heulen.😭 Also bis denne und ciaoi und hoffentlich bis zum nächsten Kapitel. 😭🐌🎩😂

♥ Regennacht ♥ #ZomdadoWo Geschichten leben. Entdecke jetzt