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Die erste Frage mit Nein zu beantworten macht die Situation sicher nicht besser, aber sie können nicht anders. >> Nicht genau, aber er ist sicher noch in Terrasen. << Gähnend rekelt sich Felina und lässt sich nach hinten fallen, direkt auf Nino, der sie auffängt. In sanften Kreisen streicht er ihr über die Wange, doch seine Aufmerksamkeit liegt auf den anderen männlichen Wesen im Raum. Er traut ihnen nicht. Beschwichtigend tätschelt sie sein Bein. >> Keine Panik, wir kennen uns schon da haben wir uns noch gegenseitig an den Haaren gezogen. << Leise lachend fügt Tristan hinzu, >> Es wäre pervers, wenn wir aufeinander stehen würden. Wir sind eine große glückliche Familie. << Mit Nachdruck schleudert er Hayden ein Kissen ins Gesicht, der es grummeln von seinem Schoß entfernt. >> Ja, sehr glücklich. Aber Terrasen ist groß und Aaron ist gut. Wenn er nicht gefunden werden will, dann finden wir ihn nicht. <<

>> Aber ich weiß wer es kann. Grayson, dein Vater muss uns helfen. << Murrend sieht Grayson zu Lyra, die ihre Bombe hat platzen lassen. Einen Erwachsenen zu fragen ist nie besonders lustig, aber Lorcan wird ihnen das ewig vorhalten. Mindestens bis einer von ihnen heiratet. Und das kann noch ewig dauern. Felina ist die Einzige von ihnen, die einen Freund hat, den sie auch will. Das mit Cora und Aaron ist eine schwierige Geschichte.

>> Müssen wir wirklich meinen Dad fragen? Er ist endlich mal entspannt mit Mum. << Als Krieger hat man immer die sprichwörtlichen Hummeln im Arsch und das wird sich so schnell nicht ändern. Doch Grayson sieht ein, dass sie keine andere Wahl haben. Sie müssen ihm nur klare Grenzen setzen. Felina setzt sich auf und sieht ihn an. >> Nur finden, den Rest übernehmen wir. << Dabei sind sie sich alle einig.

Sie schläft. Immer noch. Schon seit Stunden und sie wacht nicht auf. Seine Prinzessin liegt wie im Schlaf auf seinem Bett. Zurückzukehren ist vielleicht nicht die beste seiner Ideen gewesen, aber diesen Ort kann er bestens verteidigen. Aaron kennt ihn auswendig und hier fühlt er sich am wohlsten, auch wenn das jetzt keine Rolle spielen dürfte. Es geht um sie. Ob er sie töten wird oder nicht. Ob er seinen Bruder jemals wieder sehen wird, oder nicht. Und ob er sterben wird, oder nicht. Wenn er sie tötet, wird er ob des gerissenen Bandes elendig zugrunde gehen. >> Was mache ich nur... << Frustriert krallt er seine Hände in die dunklen Locken, rauft sie, bis sie zu Berge stehen, doch er merkt erst Minuten später, das er beobachtet wird. Von seinem Bett aus sehen ihm zwei kiefergrüne Augen zu, neugierig, aber auch besorgt.

Ihm ist bewusst, dass es nicht lange dauern wird, bis sie sauer auf ihn ist, aber er hat gerade genug andere Probleme, als das er sich jetzt schon mit ihren Wutausbrüchen befasst. Also hört er auf seine Frisur zu zerstören und sieht sie an. Cora liegt auf der Seite, das Gesicht neutral, doch ihr Körper ist angespannt. >> Was denkst du? << Sie verurteilt ihn nicht, was ihn wohl am meisten schockiert. Doch er steht auf und lehnt sich so gelassen wie möglich an die Wand hinter ihm. Wenn sie nicht schon weiß, was ihn im vorgeht, behält er es lieber noch für sich.

>> Wie lange du schlafen kannst. << Schmunzelnd sieht er auf sie herab, doch sie verdreht nur genervt die Augen und setzt sich auf. Wie von einer Schnur gezogen, wandert sein Blick an ihren Hals. Nur noch eingetrocknetes Blut bezeugt ihre bereits verschwundene Wunde und erst als die Sorge von seinem eiskalten Herzen abfällt, kann er wieder Atmen. >> Lüg mich an, schön, wie du meinst, aber ich weiß, dass du dir immer noch Sorgen um etwas machst. << Geschmeidig, wie es ihr wahrscheinlich von diesem Mistkerl Rowan beigebracht worden ist, steht sie auf und geht direkt auf ihn zu. Erstarrt verfolgt er jeden ihrer Schritte mit den Augen, kann sich einfach nicht dazu durchringen wegzugehen. Gefangen durch ihren Blick hält er den Atem an. Er will schreien, toben und auf etwas einschlagen, doch ihre Ruhe zwingt ihn zur Gelassenheit. Die Prinzessin ist erst zufrieden, als sie direkt vor ihm steht. Kein Schwert würde zwischen die beiden passen, in dieses Vakuum, wo Gedanken keine Rolle mehr spielen. Sauerstoff wird knapp, doch er riecht nur noch sie, nimmt nur noch den feinen Geruch nach Wald und Asche wahr, der ihm in die Nase steigt.

Princess of Fire and Darkness ToG FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt