3.Kapitel

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Ich wollte gerade meine Bentobox aus meiner Tasche nehmen, als es auf einmal sehr still im Klassenzimmer wurde. Gerade als ich aufsah, kam Iwaizumi vor meinem Tisch zum Stehen. Erschrocken schaute ich ihn an und spürte die Blicke meiner Mitschüler. Sie brannten mir unangenehm auf der Haut und ich versuchte mich kleiner zu machen. Ich zog die Schultern hoch und schlang meine Arme um mich.

„Ich würde gern mit dir über die Nachhilfe reden und da du sicherlich auch gerade essen wolltest, lässt sich das ja super miteinander kombinieren.” Er stemmte seine Hände die Hüfte und sah mich abwartend an. Mit offenem Mund sah ich ihn von unten herauf an. „Ähm… ja”, antwortete ich sehr leise. Mit hochgezogener Augenbraue sah er mich an und beugte sich leicht zu mir. „Ja? Zu was? Zum Essen oder Reden?”, fragte er mich grinsend. Verstimmt sah ich ihn an und knirschte leicht mit den Zähnen.

„Ja, zu beidem”, murmelte ich und sein Grinsen verbreiterte sich. Ich nahm meine Tasche, ich konnte sie unmöglich hier lassen, sonst müsste ich sie nachher im ganzen Haus suchen und stand auf. Mit Iwaizumi zusammen verließ ich das Zimmer und wir machten uns auf den Weg nach draußen. Dort setzten wir uns auf eine etwas abgelegenere Bank, ich stellte meine Tasche neben mir ab und nahm mein Bento raus.

„Das Zähneknirschen solltest du sein lassen. Du machst sie dir nur kaputt”, sagte Iwaizumi völlig aus dem Nichts heraus und ich starrte ihn nur verwirrt an. Er schien anscheinend mitzubekommen, dass ich keine Ahnung hatte, was er meinte und lachte leicht. „Gerade im Klassenzimmer, als ich gefragt habe, wozu du ja sagst. Da hast du mit den Zähnen geknirscht.” Als er seinen Satz beendete fing er an zu essen. Ich nickte nur, das war mir gar nicht so bewusst aufgefallen. Vielleicht sollte ich darauf achten. Ich öffnete meine Box und brach meine Stäbchen auseinander. Gerade als ich mir den ersten Happen von meinem gebratenen Reis in den Mund steckte, sah ich fremde Stäbchen die sich eins von meinen Würstchen klauten. Ich zog die Augenbrauen zusammen und kaute meinen Bissen runter. „Tu dir keinen Zwang an… beiden dich ruhig…”, sagte ich leise aber verstimmt.

Neben mir hörte ich ein leises Glucksen. „War das gerade sowas wie Sarkasmus?”, neckte er belustigt. Ich presste meine Lippen zusammen und hielt mein Bento und die Stäbchen krampfhaft umklammert. Das war mir gerade mehr oder weniger einfach rausgerutscht. Ich hatte nicht über die Konsequenzen nachgedacht und jetzt würde ich sie zu spüren bekommen. Meine Angst stieg immer weiter an und ich fing an zu zittern. Trocken schluckte ich. „Ich… es tut mir leid…”, flüsterte ich leise. „Hm?” Fragend sah er mich an und realisierte ziemlich schnell, was gerade los war.

Hastig stellte er seine Bento zur Seite und drehte sich dann zu mir. Sachte legte er eine Hand auf meine Schulter, was mich zusammenzucken ließ, er nahm sie aber nicht wieder weg. „Es tut mir leid. Meine Worte waren wohl etwas unbedacht. Aber ich hab mich ehrlich gefreut, das du nicht nur das ängstliche Mädchen bist und es in dir auch noch diese Seite gibt.” Verlegen räusperte er sich und rieb sich den Nacken.

Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Er klang so ehrlich, dass sich meine Angst langsam legte. Ich entspannte meine Finger und atmete langsam aus. Ich nahm mit meinen Stäbchen ein Würstchen aus meiner Box. Zögerlich hielt ich es Iwaizumi hin, der mich erstaunt ansah, aber dann breit lächelte. Er nahm sanft meine Hand, was mich wieder verkrampfen ließ und führte die Stäbchen an seine Lippen. Ich könnte ihn einfach nur anstarren, als er das Würstchen einfach von meinen Stäbchen aß.

My broken Heart (Abgebrochen)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt