Die Chroniken der Gilde (3/3)

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Akt 3 – Dämonische Rituale
That escalated quickly

Der selbe Tag
also, wirklich
noch vor Mitternacht.


Tatsächlich war Steinbeck in der Zeit, in der Lovecraft und Hawthorne ihren fragwürdigen Betriebsausflug gehabt hatten, nicht ganz untätig geblieben:

Er hatte sich durch sämtliche vorhandenen Bücher, die auch nur ansatzweise etwas mit Okkultismus zu tun hatten, gewälzt, um herauszufinden, wie man einen Boden entweihen konnte. Er hatte sich Notizen gemacht, gebrainstormt, war alle möglichen Wege durchgegangen und hatte es am Ende dann doch schnell gegoogelt.

Nun wusste er, dass man für ein derartiges Ritual neben einigen schwarzen Ziegen auch ein Erstgeborenes brauchte. Leider hatte niemand in der Gilde Kinder, außer Fitzgerald, aber der hatte sein Erstgeborenes bereits geopfert, um mit Lovecraft einen Arbeitsvertrag schließen zu können. Leider hatte er nie den Mut gehabt, seiner Frau davon zu erzählen. Deswegen ließ er sich auch nicht mehr zu Hause blicken, sondern verbrachte seine Zeit in der Gemeinschaftsvilla der Gilde. Und das bereits seit fünfzehn Jahren. Er war immer noch überrascht, dass die dahingestammelte Ausrede „Ich geh mal kurz Yokohama einnehmen" seine Gattin überzeugt hatte.

Aber das allmächtige Internet hatte auch auf solche Problemstellungen zufriedenstellende Antworten, und auf Seite drei der Google-Ergebnisse, also quasi im Darknet, fand Steinbeck dann schließlich heraus, dass man speziell für den Einsatz in dämonischen Ritualen gedachte Erstgeborene auch einfach bei Wallmart kaufen konnte. Sogar in verschiedenen Farben!

Leider waren diese ziemlich teuer, und da seitdem Fitzgerald den Premium-Minigolfplatz für einige Milliarden gekauft hatte Gelder gespart werden mussten, war auch das Gehalt einiger Mitarbeiter gekürzt worden. Das für Margaret hatte man sogar ganz gestrichen und irgendwer hatte zudem unauffällig sämtliche Gehaltschecks, die noch offenstanden, aus ihren Nachttischschublade geklaut.

Steinbeck, der nun 0 Geld und 0 Kinder hatte, nicht wie Schiller 4 Kinder und 0 Geld, suchte nun also seinen Arbeitgeber auf, um nach einem kleinen Kredit zu fragen.

„Wie bitte?", fragte Fitzgerald ungläubig, „Du willst, dass ich dir 23,78 Dollar leihe?"

„Ja." Entschlossen nickte der junge Bauer mit dem Kopf. „Ich brauche es, für meinen Freund Lovecraft. Also, Kumpel-Freund. Zwischen uns läuft nichts."

„Sehe ich auch so", stimmte Fitzgerald ihm zu, „Aber nein, tut mir leid, diese Investition kann ich nicht tätigen." Schnell trat er zur Seite, um zu verdecken, wie seine Arbeitssklaven gerade kistenweise vergoldete Würstchentoaster in die Gildenvilla trugen, da er zu einem Sparpreis von drei zum Preis von zwei einige dieser Sets gekauft hatte. „Wir müssen sparen! Wofür brauchst du das Geld überhaupt?"

„Ich muss ein satanistisches Ritual durchführen, um den Boden der Villa zu entweihen. Sonst kann Lovecraft ihn nicht mehr betreten und ich kann nie wieder mit ihm...

... Mario Kart spielen!"

Als Fitzgerald fragwürdig die Augenbrauen hob, ergänzte er schnell: „Das Spiel mit den Bananen."

„Ah yes." Der Gildenanführer nickte wissend, dann sah er weg. „Aber das klingt mir ehrlich gesagt nicht nach meinem Problem, sondern dem von Lovecraft. Warum fragst du ihn nicht nach Geld?"

„Weil er seine Geldbörse irgendwo im Atlantik verloren hat und auch nicht mehr weiß, auf welches Konto er seinen Lohn hat überweisen lassen. Er sagt, die PIN wüsste er schon seit dreihundertsiebzig Jahren nicht mehr."

Fitzgerald überlegte kurz, ob er einen Vortrag zur Geschichte des modernen Banksystems halten sollte, entschied sich aber dagegen.

„Wie gesagt: Das klingt mir nicht nach meinem Problem. Geld ist Macht, und ich brauche viel Macht... ich meine natürlich, wir müssen sparen, damit wir überleben können. Sonst können wir demnächst keinen Kaviar mehr auf unsere Pizza machen. Und das willst du doch nicht, oder?"

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⏰ Letzte Aktualisierung: Oct 18, 2020 ⏰

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