Die ersten Sonnenstrahlen weckten mich. Sie suchten sich einen Weg durch die zugezogenen Vorhänge und zeichneten lange orangene Streifen an die Wand.
Tobio atmete gleichmäßig neben mir. Mein Kopf ruhte auf seinem Oberarm. Einen Moment schenkte ich dem Augenblick. Tobios sich hebende und senkende Brust. Seinem zufriedenen Gesichtsausdruck. Seinem Herz unter meiner Handfläche.
Lächelnd vergrub ich mein Gesicht an dem Platz zwischen seiner Schulter und dem Schlüsselbein.
Die Streifen auf dem Weiß zogen etwas weiter, bis ich mich entschloss, aufzustehen.
Mit spitzen Fingern zog ich das feuchte Handtuch von meinem Kopf. Lange Haarsträhnen klebten in meinem Nacken. Der Tag gestern war ätzend gewesen, doch heute fühlte ich mich ausgeruht. Keine Spur mehr vom Fieber, der Kälte in meinen Gliedmaßen. Ich musste Tobio fragen, was er mir für eine Kapsel verpasst hatte.
Auf Zehenspitzen klaubte ich meine wichtigen Utensilien zusammen und verschwand im Bad. Das heiße Wasser der Dusche hinterließ rote Striemen auf meiner Haut. Nach dem Zähneputzen waren diese verschwunden. Ich schlüpfte in frisch gewaschene Kleidung, legte etwas Make-up auf und beendete meine Morgenroutine.
Tobio hatte sich auf den Rücken gedreht. Sein T-Shirt war hochgerutscht und offenbarte seinen trainierten Bauch. Ich biss mir auf die Unterlippe. Süß? Sexy? Sowohl als auch.
Die Erinnerungen vom Vorabend. Im Jetzt zerriss es mich zwischen Peinlich und Unangenehm. Ich hatte dem Team viele Scherereien bedeutet. Irgendwie musste ich das wieder gut machen und eine Idee hatte ich auch schon.
Ich zog die schwarze Trainingsjacke an, welche über dem Stuhl hing und schlich mich auf leisen Sohlen aus dem Zimmer. Tobio sollte sich erholen, er hatte gestern genug mit mir durch machen müssen.
Die Küche befand sich auf der untersten Ebene. Tatkräftig krempelte ich die Ärmel hoch. Hell leuchtete mir die Glühbirne des Kühlschranks entgegen, der aus allen Nähten zu platzen schien. Flink fischte ich alle Zutaten zusammen, stellte die Pfannen auf den Herd und begann das Frühstück vorzubereiten. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es erst kurz vor Sieben war. Die meisten Jungs würden erst gegen Acht aufstehen, das Trainingsspiel am zweiten Tag war gegen Elf Uhr angedacht. Genug Zeit also um etwas Köstliches zu zaubern.
Das Geschirr klapperte, als ich die lange hölzerne Tafel deckte. Der Geruch nach gebratenem Speck zog aus der Küche.
„Mmmh, Frühstück!", gähnend sprang Tanaka die letzten Stufen hinunter. Mit einem Lächeln auf den Lippen begrüßte ich ihn.
„Wie geht es dir? Du siehst so viel besser aus als gestern!"
Zustimmend nickte ich. „Viel besser!" Und um eine Konversation zu starten, setzte ich hinzu: „Wie war euer Training gestern?"
Wild fuchtelnd gab mir Tanaka einen groben Zwischenstand. Ich drehte ihm den Rücken zu und begab mich zurück an den Herd, während ich seinen Ausführungen lauschte.
Nishinoya gesellte sich zu uns. Müde rieb sich unser Libero die Augen. Ein Grinsen auf dem Gesicht. Die beiden Jungs wechselten sich vielsagende Blicke. Unsicher spielte ich mit dem Pfannenwender.
„Was ist denn?", wollte ich wissen. Geheimnisse machten mich nervös.
„Och, gar nichts Mikachen!" Aus Nishinoyas Mund klang Shoyos Spitzname für mich irgendwie verkehrt.
Die fertigen Speisen servierte ich auf großen Brettern. Zufrieden betrachtete ich mein Werk. Kurz vor acht. Perfektes Timing.
Tanaka griff nach dem Schöpfer für den Reis. Tadelnd schnalzte ich mit der Zunge.
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Nicht genug (Kageyama x OC) | Haikyuu Fanfiction | Abgeschlossen
Fanfiction„Halt still", flüsterte er leise, sein Atem hauchte mich warm an. Seine zitternden Finger, ich spürte, wie er versuchte es zu unterdrücken, legten sich an meine Wangen. Das Dunkelblau kam langsam näher, seine Nasenspitze streifte meine Kalte. Blitz...