Unser Bus rollte vor und wir konnten die Buchstaben auf dem steinernen Block lesen: Sendai City Gymnasium. In bunten Trikots strömten Volleyball-Spieler in die zwei großen Hallen.
Shoyo sprang unruhig auf und ab. Kaum hatten wir gehalten, zwängte er sich durch den Gang und rannte zu den Glastüren.
„Der Arme...", leise seufzend sah ich ihm nach.
Kageyama zog die Luft tief ein, der Blick finster wie immer.
Die Jungs schnappten sich ihre Taschen, ich nahm Shoyos, und gemeinsam betraten wir das große Gebäude. Auf den Gängen herrschte reger Betrieb. Zuschauer, Familien und Spieler tummelten sich dort. Lautes Stimmengewirr unterzeichnete die Aufregung.
Coach Ukai wandte sich Kiyoko zu. „Wo genau müssen wir hin?"
Kiyoko schob ihre Brille etwas höher, ihr Klemmbrett an die Brust gepresst. „Block A."
„Schau mal, das ist doch der König des Spielfelds von der Kitagawa Daiichi, oder?", wisperte ein Schüler seinem Freund zu und erweckte meine Aufmerksamkeit, als ich seinem Blick folgte und er sich auf Tobio legte.
Ich spürte regelrecht, wie Kageyama sich versteifte. Finster drehte er sich den Mittelschülern zu, welche sofort die Flucht ergriffen.
„Alles ok?" Ich legte meine Hand beruhigend auf seine Schulter, woraufhin er sich wieder etwas entspannte.
„Ich hasse diesen Spitznamen", ließ er mich leise wissen. Verwundert hob ich eine Augenbraue. War als König bezeichnet zu werden kein Kompliment? Ich wollte jedoch nicht weiter auf dem Thema herumreiten, weshalb wir auf den Zugang zu Halle A zusteuerten.
Eine Glastür trennte die Spieler von den Familien und Klassenkameraden. Wir ließen die Aufregung und die ausgelassene Stimmung hinter uns.
„Daichi Sawamura?" Ein Junge in weiß/blauem Jersey lehnte an der Wand, seinen Blick auf unseren Kapitän gerichtet. Seine kurzen braunen Haare standen wirr in alle Richtungen.
Daichi blieb stehen, legte den Kopf schief, er lächelte. „Hayato Ikejiri!"
„Mann! Ist das lange her!", strahlte der Fremde ihn an.
„Was machst du hier?", wollte Daichi wissen.
„Volleyballspielen natürlich, ich spiele an der Tokonami. Wir sehen uns gleich auf dem Spielfeld!", gab Ikejiri kund.
Daichi nickte wissend, verweilte noch kurz bei seinem Bekannten, während das restliche Team auf die Umkleide zusteuerte.
Vor der Tür zog ich Kageyama kurz am Ärmel. Er sollte mir noch einen Moment schenken. Unsere Kameraden schritten an uns vorbei. Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss.
„Viel Glück! Ihr schafft das!", ermutigte ich Tobio, sein Gesicht in die Hände nehmend legte ich meine Lippen sanft auf seine.
Der Zuspieler straffte seine Schultern, nickte selbstsicher, griff nach Shoyos Tasche und folgte dem Team.
Kiyoko und ich spannten das Banner unserer Krähen über dem Spielfeld. Auf schwarzem Hintergrund stand in weißer Schrift: „Fliegt!".
„Du, Kiyoko?" Ich wartete einen Augenblick, bis ich wusste, dass ich ihre Aufmerksamkeit hatte.
Das Team lief eben in die Halle, in ihren schwarz-/orangenen Trikots.
„Was ist, Misaki?"
„Weißt du, was es mit Kageyamas Spitznamen auf sich hat? König des Spielfelds?"
Kiyokos Augen blitzten kurz, wissend nickte sie. Zusammen schritten wir die Treppe hinab in Richtung Halle.
„Kageyama war an der Mittelschule Zuspieler der Kitagawa Daiichi. Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, ist er ein Naturtalent, aber zwischenmenschlich ist sein Verständnis eher... schwierig." Die Managerin legte eine kurze Pause ein. Ich wusste genau, was sie meinte.
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Nicht genug (Kageyama x OC) | Haikyuu Fanfiction | Abgeschlossen
Fanfic„Halt still", flüsterte er leise, sein Atem hauchte mich warm an. Seine zitternden Finger, ich spürte, wie er versuchte es zu unterdrücken, legten sich an meine Wangen. Das Dunkelblau kam langsam näher, seine Nasenspitze streifte meine Kalte. Blitz...