80

29 2 0
                                    


Er schmunzelt und beugt sich so weit zu ihr herab, dass sie seinen Atem auf ihrer Wange spürt, was ihr Herz einen Satz machen lässt. Dummer Körper. Ein unbehagliches Gefühl von Wärme und Licht breitet sich um ihr Herz aus. Erschrocken von diesem plötzlichen Wechsel von Licht und Dunkelheit fährt sie zurück, ein Stofffetzen seines Hemds in ihrer Faust und ihr Rücken an der Wand. >> Was war das! << Ein Fauchen, das mehr ihre Panik ausdrückt, grollt in ihrer Kehle. Und der Ausdruck in seinen Augen... Das kann nicht sein, nein. Da gibt es nichts in ihr, das so fühlen kann. Rein gar nichts. Sie hat sich geschworen sich das niemals zu erlauben und dann das. Asterin hat die Liebe nichts anderes als Schmerz gebracht und schlussendlich den Tot. Sie würde für ihre Familie und ihre Freunde sterben, aber nicht um einem Gefühl hinterherzujagen, dass sie umbringen könnte.

>> Hör sofort auf damit! << Selbst in ihren Ohren klingt ihre Stimme hysterisch und schrill. Ihre Fingernägel krallen sich in die dicken Steinwände und sie versucht inständig mit der Mauer zu verschmelzen. Und Cassian sieht sie nur an, voller Verwirrung in den Augen. Doch dann geht die Tür auf und Armen schmeißt ihm einen Schuh an den Kopf.

>> Dem Geschrei nach sind sie wohl immer noch beschäftigt. << Rhys hält Feyre fest, die gerade zu ihnen laufen will und sieht ihr in die Augen, die ihn neugierig ansieht. Schmunzelnd zieht er sie auf seinen Schoß und hört kurz nach seinem anderen Mädchen. Felina. Es ist immer noch ruhig dort oben. Kein Schreien und auch kein Weinen. Also ist sie noch nicht zusammengebrochen, gut. >> Cas hat es wohl geschafft der Hexe ein paar Gefühle zu entlocken. << Seine Frau schnaubt und lehnt sich an ihn, den Blick immer noch auf die geschlossene Tür gerichtet, wo dahinter die Fetzen fliegen. Amren hat wohl nach einer Gelegenheit gesucht ihren Frust abzubauen. Was ist da nicht besser, als Cassian ihren Schuh an den Kopf zu schmeißen? Jetzt gilt Hexe und Fae gegen Illyrianer. Rhys ist gespannt welche Frau am Schluss noch steht.

Feyre boxt ihn gegen die Schulter und lacht. >> Du wettest im Ernst gegen deinen besten Freund? << Schmunzelnd blickt er auf sie herab, wie sie so das liegt, ihr Kopf an seiner Brust und ihre Augen auf ihn gerichtet. Der Schalk schleicht sich in seine Augen, als er ihre Stirn küsst und leise an ihrem Ohr flüstert. >> Ihr Frauen seid definitiv gruseliger, als mancher Illyrianer. << Lachend schmiegt sie sich an ihn und wartet einfach ab, wer da lebend raus kommt.

>> Hier Kind, iss etwas. << Cora sieht von dem Buch auf, das ihr der alte Bibliothekar zu Anfang gegeben hat. Mit ihm gesprochen hat sie noch kein Wort, dazu hat sie auch nicht die Energie. Trotzdem sieht sie auf und schaut in diese warmen braunen Augen, die vor uralten Weisheiten strahlen und lebendig wirken. Mit ihm hätte sie sich früher stundenlang über Bücher unterhalten können, jetzt legt sie das auf ihrem Schoß einfach weg und nimmt vorsichtig die heiße Schüssel. Doch die Hitze stört sie nicht. Es erinnert sie an das Feuer, das für normal in ihren Adern tobt. Jetzt ist alles taub und leer. Trotzdem schafft sie es irgendwie dem alten Mann ein Lächeln zu schenken, das hoffentlich echter wirkt, wie das bei ihren Freunden. >> Wie heißt du Kind? << Der Fae hockt sich ächzend ihr gegenüber auf ein rotes Sofa, das unter seinem Gewicht leicht nachgibt. Sanft nimmt er ihre rechte Hand, während sie mit der anderen die heiße Suppe isst. Jedes Wort drückt weiter auf den bebenden Klos in ihrer Kehle, doch sie beißt sich da durch.       >> Cora. Mein Name ist Cora. <<

Lachfältchen graben sich tief unter seine Augen, als er sie freundlich lächelnd ansieht. Er erinnert sie an die Gelehrten in Erilea, nur viel freundlicher. Sein schütteres schwarzes Haar, das ihm bis ans Kinn reicht, weißt bereits einzelne weiße Strähnen auf. Doch sein Gesicht wirkt noch so jung, bis auf die Lachfältchen um seine Augen. Er muss in Fae Maßstäben uralt sein. >> Schön dich kennenzulernen Cora. Sag mir, was hast du alleine in diesem Wald gemacht? << Fürsorglich legt er ihr eine dicke Patchworkdecke um die Schultern und entfacht ein Feuer im Kamin, nicht wissend, dass sie das spielend selbst machen könnte. Bemüht stochert er mit dem Schürhaken in der bereits glühenden Glut, bis langsam Flammen um die Holzscheite spielen. >> Ich musste einfach mal raus, mir wurde alles zu viel. << Ein Teil der Wahrheit. Aber um ihm die ganze Geschichte zu erzählen müsste sie zu viel verraten. Also belässt Cora es bei dem.

Princess of Fire and Darkness ToG FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt