Kapitel 22

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Mit glitzernden Augen sah ich ihn an und konnte es nicht glauben.

"Wir sollten zurück auf die Brücke." sagte Plo und ich nickte ihm zu.

Auf dem Weg zurück standen bereits die ersten Soldaten und salutierten.

Es irritierte mich, aber salutierte natürlich zurück.
"Was machen die auf einmal?" fragte ich Plo unsicher.

"Ihrem neuen General willkommen heißen." antwortete er schelmisch.
"Da steckst Du dahinter! Wie können Sie das so schnell wissen?" fragte ich rot angelaufen.

"Das war schon alles geplant dich als General aufzunehmen." antwortete er und wir betraten die Brücke, auf der bereits alle anwesenden Soldaten Haltung angenommen hatten und salutierten.

Ich erstarrte und lief rot an.

Im Augenwinkel sah ich Wolffe und sah augenblicklich zu ihm.

"General Raven." sagte er mit einem Lächeln auf den Lippen, nahm Haltung an und salutierte mir ebenfalls.

"Es ist mir eine Ehre mit euch zu kämpfen." sagte ich laut und salutierte den Soldaten.

Dieses Gefühl war überwältigend, ich löste mich aus der Haltung und sah zu Plo, welcher sich leicht verbeugte.
Ich tat es ihm gleich und war immer noch knallrot im Gesicht.

"Wie lautet Euer Befehl, General?" fragte Wolffe und ich sah ihn erst erschrocken und dann ernst an.

"Lazarus ausschalten." sagte ich entschlossen mit einem funkeln in den Augen.

Wolffe lächelte mir zu und ließ mein Herz schmelzen.

"Ihr habt Euren General gehört, an die Arbeit Männer!" rief er mit lauter Stimme über die Brücke und schlagartig ging jeder seiner Aufgabe nach.

"Meister Kenobi, Meister Skywalker und Meisterin Luminara werden kurz nach uns gestaffelt springen. Wir sind alle einsatzbereit." berichtete Wolffe und gab mir ein Datapad.

"Danke Wolffe, aber bitte tu mir einen Gefallen." sagte ich als ich das Datapad entgegen nahm und wir uns tief in die Augen schauten.
"Lass wenigstens du die Höflichkeiten weg." fuhr ich mit hochrotem Kopf fort und er sah mich grinsend an.
"Woher weißt du eigentlich meinen Nachnamen?" kam es mir mit einem Mal und ich sah ihn verwundert an.

"Dein Spitzname hat mich darauf gebracht und habe Meister Koon gefragt, welcher mir deinen Nachnamen bestätigte." sagte er leise und mit amüsiertem Blick.

"Ich vergaß. Mein Commander ist ein absolutes Superbrain." tat ich gespielt erkennend und wir lachten anschließend zusammen.

"Wann werden wir ankommen?" fragte ich, als wir uns wieder beruhigt haben.

"In ungefähr zwanzig Stunden." sagte er und sah mich zufrieden an.

Mein Blick senkte sich und wurde nachdenklich.
Es ist nicht mehr viel Zeit bis es wirklich ernst wird.
Ich spürte eine Hand auf meinem Oberarm.

"Ist alles in Ordnung?" fragte Wolffe etwas besorgt.

"Es wird ernst. Ich werde mich ausruhen, ich brauche all meine Kräfte. Meine Prioritäten sowie meine Pläne haben sich verschoben. Ich habe die Verantwortung für tausende Soldaten und ich werde niemanden verlieren." antwortete ich.

"Ich bin sicher, das du fantastisch kämpfen wirst, aber bitte konzentriere dich auf deine Gegner. Wir halten dir den Rücken frei." sagte Wolffe stolz und ich sah ihn an.

"Ich danke dir Wolffe und ich weiß dass ich mich voll und ganz auf dich und deine Männer verlassen kann, aber... Ich werde niemanden verlieren. Egal was es mich kosten wird. Niemand wird unter meiner Führung sterben." sagte ich mit gefährlichen Funkeln in den Augen und meine Mordlust gegenüber Lazarus stieg ins unermessliche, sodass selbst Wolffe diese spüren konnte.

"Lazarus wird niemandem mehr weh tun." sagte ich noch und sah geradewegs durch das Fenster in die Ferne.

Der Kreuzer war bereits im Hyperraumsprung.

"Entschuldigung, ich wollte nicht deine Gedanken lesen, aber ja." sagte ich sanft und sah zu ihm herüber.

Wolffe hob eine Augenbraue und grinste mich an.
Gemeinsam verließen wir die Brücke und gingen die Gänge entlang zur Kantine.
Dort angekommen nahmen wir uns etwas zu essen und setzten uns zu Comet, Boost und Sinker.
"Ihr seid auch nur am Essen, was?" fragte ich neckisch und grinste einmal in die Runde.

"General Raven, wir müssen doch gestärkt sein für die Missionen." sagte Sinker mit gehobener Hand und gespielt übervorbildlich.

Ich hob eine Augenbraue und musste lachen.

"Wie fühlt es sich an unser General zu sein?" fragte Boost neugierig und ich sah ihn verdutzt an.

"Wir es sich anfühlt? Hmmm. Anders. Ich habe zwar bei Lazarus diverse Elite-Einheiten angeführt, aber das hier ist etwas völlig anderes. Jetzt ist es etwas gutes." sagte ich sanft und stocherte in meinen Spagetti herum.
Ich spürte Wolffes sanften Blick auf mir und es erwärmte mein Herz.
Dieser Mann gab mir so viel Kraft und dabei sind wir nicht einmal zusammen.

"Du wirst uns fantastisch anführen Nicami." sagte Comet, ich hob meinen Blick und sah in zufriedene und stolze Gesichter.

"Ich gebe alles dafür, damit es sich für euch lohnt mir so viel Vertrauen entgegen zu bringen." sagte ich entschlossen.

"Aber tut mir bitte einen Gefallen. Nehmt Lazarus ernst. Diese Privatarmee ist brandgefährlich und sollte nicht unterschätzt werden." fügte ich hinzu und sah besorgt in die Runde.
"Ich brauche euch. Euch alle." sagte ich und blieb zum Schluss an Wolffe hängen.

"Nicami, du kannst dich auf uns verlassen." sagte Boost entschlossen und wurde von den anderen bekräftigt.
"Das gesamte Wolfsrudel steht hinter dir. Keine Sorge, wir gehören nicht umsonst zu den Besten." sagte Wolffe stolz und schlürft an seinem Kaffee.
Ich musste lächeln.

"Selbst der Leitwolf steht hinter dir." sagte Boost leise hinter der Hand mit großen Augen und Wolffe sah ihn irritiert an.

"Ich danke euch." bedankte ich mich und spürte die innere Harmonie, welche sich nach all den Jahren langsam wieder herstellte.
Diese Leere in mir füllte sich langsam mit solch schönen Momente.

Hätte man mir vor einem Jahr gesagt, dass ich einmal so ein lebenswertes Leben führen und mich gegen Lazarus stellen würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt.
Und nun sitze ich hier. General der 104ten, an der Seite von starken Soldaten kämpfend, für die ich jederzeit sterben würde.
An meiner Seite solch ein fähiger und attraktiver Commander. Mein Commander, welchem mein Herz gehört.
Aufgenommen von einem so großherzigen Jedi, welcher nicht vor mir zurückschreckte und sich von meiner Ausbildung nicht beirren ließ.
So viele gute Menschen stehen hinter und neben mir. So viele gute Menschen, welche mir und meinen Fähigkeiten vollends vertrauen.

Ich spüre ein brennen im Herzen.
Mein Atem stockte kurz.
Nach all den Jahren, kann es wirklich sein?

Ich heile.

~1038 Wörter

Nicami - the lone white raven - a Star Wars TCW story Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt