Drarry - Verbotene Liebe

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„Pottaah!", rief einemir wohlbekannte Stimme quer über den Flur, und ich schluckte einLächeln herunter. „Was willst du, Malfoy?" Der weißblondeSlytherin stolzierte über den Flur, als wären die verdrecktenSteinfliesen ein roter Teppich. „Du hast was verloren!"Verächtlich warf der Slytherin ein Stück Papier vor meine Füße.Ron bückte sich danach, doch ich war schneller. „Danke, Malfoy",säuselte ich, und meine Stimme triefte von falscher Freundlichkeitso sehr, dass ich mich fast vor mir selbst ekelte.

„Was für ein Idiot",murmelte Hermine, als Draco davonstolziert war, und Ron nicktezustimmend. „Was ist das eigentlich?" Meine Freunde sahen michfragend an, und ich versuchte, gelangweilt und neutral zu gucken, alsich „keine Ahnung", murmelte, auch wenn ich selbst merkte, dassmeine Stimme etwas kiekste. Zusammen rollten wir das Papier auf, unddarauf stand: Du hast deine Hausaufgaben im Kerker vergessen. Ichhoffe, Myrthe hat auf der Toilette Spaß damit.

Ich versuchte, genausoangeekelt auszusehen wie die anderen beiden, und steckte das Papierschnell weg. „Erwachsener geht es auch nicht mehr, oder?", regtesich Hermine auf, als wir zum Essen gingen. Ich nickte abwesend. „Du,Hermine, ich geh kurz auf Klo, okay?" Meine beste Freundin sah michmit hochgezogenen Augenbrauen an. „Willst du deine Hausaufgabenrausfischen, oder was hast du vor?" Mein Gesicht wurde leicht rosa,„Nein, ich muss nur mal für kleine Zauberer", murmelte ich undhastete Richtung Toilette davon.

Ich ging tatsächlichauf die reguläre Jungentoilette, wo ich mich einschloss, den Zettelherausholte, und meinen Zauberstab auf das Wort „Toilette" legte.„Specialis revelio!" Die Botschaft veränderte sich, aberes handelte sich immer noch um die selbe, fein säuberlicheHandschrift Dracos. Die Botschaft war schlicht wie immer:Astronomieturm, 19.00 Uhr.

Mein Herz sackte mir indie Hose und kam mit einem Salto wieder zurück. Endlich, auf dieseBotschaft hatte ich fast eine Woche warten müssen! In den letztenTagen bin ich jedes Mal, wenn das Wort „Toilette" gefallen ist,fast aus meinem Umhang gehüpft, was in diesem Zusammenhang ziemlichungünstig war. Aber ich bin selbst Schuld, dieses Codewort warnämlich meine Idee.


Unter meinemUnsichtbarkeitsumhang verborgen machte ich mich auf den Weg. So leisewie möglich schlich ich zum Astronomieturm und bekam fast einenHerzinfarkt, als ich über Mrs. Norris stolperte. Was für einschreckliches Tier. Während die Katze miaute wie ein abgestochenerHippogreif, machte ich, dass ich zum Treffpunkt kam.

Der Blonde lehntebereits wartend an einer Mauer. Unbemerkt schlich ich an ihn heran,legte meine Hand auf seinen Mund und drückte ihn gegen die Wand. DerSlytherin biss mir fast einen Finger ab, bevor er mich erkannte undwütend anblitzte. „Musste das sein, Potter?!" Ich grinste nurund ließ den Umhang auf den Boden fallen. Ehe ich es mich versah,wurde ich von dem Slytherin herumgewirbelt und nun selbst gegen dieWand gedrückt. Hungrig legten sich seine Lippen auf meine, als ichihn eng an mich zog. Ich erwiderte den Kuss mit all der Sehnsucht,die sich in der letzten Woche in mir aufgestaut hatte, legte allmeine Verbitterung über diese Heimlichkeiten und alle stillenEntschuldigungen für die aufgesetzten Beleidigungen auf dem Ganghinein.

Dracos Stimme war kaumwiederzuerkennen, alle Kälte und Verachtung war daraus verschwundenund sie klang belegt und rau, als er flüsterte: „Merlin, ich habedich so sehr vermisst!" Ich schluckte leicht und grinste etwas, alsich erwiderte: „Aber du hast mich doch jeden Tag gesehen, Malfoy!"Dieser schüttelte nun mit einem leichten Grinsen den Kopf. „Dasmeine ich nicht, ich meine das hier", wisperte er und küsste micherneut. Seine Lippen waren kühl und vertraut und jagten leichteSchauer durch meinen ganzen Körper.

Als ich mich wieder vonihm löste, war sein Blick schwer vor Verlangen, doch es lag auchetwas anderes darin. Verbitterung. „Wie lange muss das noch sein?Dieses Versteckspiel?", fragte er leise, doch diese Frage war reinrhetorisch gemeint, das wussten wir beide. Er war ein Todesser undich war der erbittertste Feind von diesen. Eine öffentlicheBeziehung kam nicht in Frage.

„Ich weiß, Draco...Mich macht es auch krank. Diese ständige Angst, jemand könnte etwasmerken, das macht mich ebenso fertig wie dich. Ich könnte es mir nieverzeihen, wenn dir deswegen etwas zustoßen würde... Aber ichwünschte, wir könnten einfach zusammen sein. Hand in Hand den Gangentlanglaufen anstatt mit verächtlichen Blicken..." Einen Momenthingen wir beide in dieser wundervollen Vorstellung fest, und Dracoschluckte leicht.

„Irgendwann",versprach ich ihm. „Irgendwann werde ich Voldemort besiegen, unddann gibt es nichts auf der Welt, was uns noch trennen kann. Dasverspreche ich dir."

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