Menschen verändern sich

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Lea POV

"Komm schalte doch auf Grün" ich schlug auf mein Lenkrad und sah angespannt auf die Ampel. Mein Handy vibrierte die ganze Zeit. Jedes Mal sah ich Marcels Namen auf dem Display. Was wollte er von mir? Ich konnte aber jetzt nicht mit ihm reden. Das pack ich gerade nicht. Ich war froh, dass ich langsam wieder runter kam und mich langsam auf die Arbeit konzentrierte. Ich habe schon längst aufgehört darüber nachzudenken was Marco sagen wird wenn ich ihm das heute Abend sagen wird. Was mich mehr beschäftigt ist was er danach macht. Wird er gehen? Wird er bei mir bleiben und es verstehen und es vielleicht auch auf den Alkohol und meine Naivität schiebt. Die Ampel schaltete um und sofort trat ich auf das Pedal. Ich war knapp 1 Stunde zu spät. Wie ich Unpünktlichkeit hasste. Ich kam auf dem BVB Gelände an und stieg aus. Marcel schrieb mir Nachrichten hintereinander. Kann der mal aufhören. Ich habe keine Zeit jetzt dafür. Ich rannte zum Verwaltungsgebäude und schrieb ihm neben bei das ich gerade nicht darüber reden möchte und ich auf Arbeit bin. Bevor ich es abschicken konnte schlug ich mit jemanden zusammen. Meine Tasche fiel auf den Boden. Schnell hob ich sie auf und sah von meinem Handy auf. "Sorry ich bin im Stress..." ich sah in Marcos Augen und erstarrte. "Lea!" Marco nahm mich in seine Arme und streichelte meinen Hinterkopf. "Aki hat mir gesagt, dass du noch nicht da bist." ich sah ihn mit offenen Mund an. Konnte nicht denken. Er will wahrscheinlich Antworten. Einfach einen Grund warum ich bei Philipp war und nicht bei ihm. "Du...ich ... ich" er legte seinen Zeigefinger auf meine Lippen. "Ist ok. Ich weiß Bescheid. Wir reden dann." er küsste mich zärtlich und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. Habe ich mich gerade verhört? Ich sah ihn weiter geschockt an. "Ist ok. Wirklich Lea." er gab mir noch schnell einen flüchtigen Kuss und humpelte an mir vorbei. Erst jetzt bemerkte ich, dass er ohne seine Krücken unterwegs war. "Marco?" Wir beide drehten uns. "Kannst du mir mal sagen was du da machst?" Mein Vater kam die Treppe runter gestürmt und sah echt wütend aus. Als er mich sah veränderte er sein Gesichtsausdruck und küsste meine Wange. "Guten Morgen Prinzessin." Wieder sah er zu Marco und wieder war sein Gesicht von Wut gezerrt. "Es ging nicht anders Jürgen." Marco sah an ihm vorbei, zu mir. "Geh ruhig hoch. Alles ok" ich nickte und drehte mich um. War ich gerade im falschem Film? Er wusste davon? Woher? War Marcel bei ihm. Oh Gott. Wenn Marcel es ihm gesagt hat dann ist das wahrscheinlich nicht gut ausgegangen. Schnell nahm ich mein Handy wieder in die Hand und wählte seine Nummer. Er ging mit einem stöhnen ran. "Ja?" "Marcel?" "Lea? ... Es tut mir so leid. Ich war gestern einfach zu betrunken. Alles was ich gesagt habe... es tut mir so leid. Wirklich." "Marcel. Sei ruhig. Ich bin froh, dass du es mir gesagt hast. Hast du heute schon Marco gesehen?" er schwieg. "Marcel?" "Jaa. Ja hab ich. Alle ok." "Wie alles ok?" Ich wurde immer verwirrter. Der Tag begann schon richtig beschissen und jetzt will keiner mit mir reden. Ich platze gleich. "Es ist alles ok. Wir reden später." Und schon legte er auf. Ich starrte nur auf mein Handy. "Da bist du ja Lea!" ich drehe mich um. Aki stand mit einem breiten Lächeln vor mir. Oh man, ich komm hier total zu spät und trotzdem lächelt er mich an. "Morgen. Es tut mir leid, dass ich so spät bin." er winkte ab. "Das ist nicht schlimm. Das Meeting geht erst in einer halben Stunde los. Bist du bereit?" ich nickte und ging mit ihm in das Büro.

Der Tag war anstrengend und immer wieder war ich unkonzentriert. Ich war total verwirrt, da Marco total normal zu mir war obwohl er erfahren hatte das ich Marcel, seinen besten Freund geküsst habe. Ich finde es auch bemerkenswert, dass es Marcel Marco gesagt hatte. Nicht viele geben es zu, die Freundin geküsst zu haben. Schnell packte ich alles zusammen und fuhr mein Rechner runter. "Dann bis Montag." Aki nickte und zog sich auch seine Jacke an. "Bis Montag in aller frische." Ich ging aus dem Büro und winkte den anderen Kollegen zu. Als ich aus dem Gebäude raus kam und zu meinen Auto schaute, sag ich Marcel der sich dagegen lehnte. Er hatte seine Cappy weit ins Gesicht gezogen und einen dicken Schal um der den anderen Teil seinen Gesichtes verdeckte. Als er mich sah, drückte er sich vom Auto ab und kam zu mir. "Hey." "Hey." Er sah sich die ganze Zeit um. "Alles ok?" er beantwortet mir die Frage nicht, sah ich nur ausdruckslos an und sofort sah ich sein blaues Auge. Ich nahm ihm seine Cappy ab und begutachtete sein Gesicht. "Marcel. was... Scheiße. Wer war das?" er zuckte nur mit den Schultern. "Ist doch egal. Ich wollte mich noch einmal persönlich bei dir entschuldigen. Gestern, das war nicht geplant. Ich hab einfach zu viel getrunken." ich nahm sein Kinn und legte seinen Kopf zur Seite um den blauen Fleck in seinem Gesicht besser zu sehen. "Wer war das Marcel?" "Wie schon gesagt, es ist egal." Ich gab ihn wieder seine Cappy die er sich sofort aufsetzte und sich wieder umsah. Dann fiel es mir ein. Er war heute bei Marco und hat von unserem Kuss erzählt. "Es war Marco. Oder?" er schüttelte mit dem Kopf und sah auf den Boden. "Du bist wie eine kleine Schwester für mich und ich will es vergessen was passiert ist." ich nickte. "Da gehören immer zwei dazu. Nur ist es nicht ok was Marco da gemacht hatte." er winkte ab. "Er hatte jedes Recht dazu." ich schüttelte wild mit dem Kopf. "Ist egal. Bitte lass und das vergessen." ich nickte und zog ihn in eine Umarmung. "Schon vergessen. Aber bitte versprech mir, nie wieder so viel zu trinken das du dich nicht mehr kontrollieren kannst." er nickte "Versprochen."

Als ich zu Hause ankam und Liam aus seinem Sitz nahm, atmete ich noch einmal tief durch bevor ich die Tür zu unserer Wohnung öffnete. Schnell zog ich Liam seine Sachen aus und setzte ihn in sein Laufgitter im Wohnzimmer. Marco war in der Küche und kam zu mir gehumpelt. Er bemerkte mein angespanntes Gesicht und kam zu mir. Ich wollte an ihm vorbei gehen um meine Jacke an die Garderobe zu hängen doch er hielt mich auf. Seine Hände lagen auf meinen Oberarmen und er sah mich fragend und etwas wütend an. "Hey." ich wollte ihm in die Augen sehen doch ich konnte es einfach nicht. "Kann ich kurz." ich zeigte auf meine Jacke und kam aus seinem Griff. Marco kam mir hinter her und beobachtete jeden einzelnen Schritt den ich tat. Als ich ihm den Rücken zu wand und in die Küche gehen wollte sagte er "Ich hab Angst." ich blieb sofort stehen. "Ich hab Angst das du mir entgleitest ... Du mir weggenommen wirst ... Das dir was passiert. Jeden einzelnen Tag. Als du heute früh nicht neben mir lagst hatte ich solche Panik bekommen." ich schloss meine Augen und hörte seiner Stimme weiter zu. "Ich liebe dich und ich brauche dich mehr als alles andere auf der Welt." Nach ewigen Sekunden ging ich weiter in die Küche und nahm mir ein Glas mit Wasser welches ich sofort austrank. "Es tut mir leid, alles was du bis jetzt durch machen musst. Meine Macken. Das ich nicht für dich und Liam da bin und das mit meiner Verletzung, Ich tu dir die ganze Zeit weh." ich sah von meinem Glas auf genau in Marcos Gesicht. Er stand an der Tür gelehnt. Sein linkes Bein war angewinkelt. "Entschuldige dich bitte nicht die ganze Zeit. Klar es ist schwer für dich nach der Verletzung und dem Ausstieg aus dem WM-Kader. Aber ich bin diejenige die Fehler gemacht hat." er humpelte zu mir und lege seine Hände an meine Wangen. "Nein. Wenn war es Marcel. Du warst betrunken und konntest nicht mehr reagieren." ich schlug seine Hände weg und lief ein paar Schritte von ihm weg"Schieb es nicht auf den Alkohol." "Lea. Marcel hat mir gesagt, dass du auf ihn eingeredet und versucht hast ihn von dir weg zu drücken." "Trotzdem." "Marcel hat sich bei mir entschuldigt und das war es." ich ging mir durch die Haare. "Deswegen hast du ihm auch ins Gesicht geschlagen. Weil es in Ordnung ist." er sah mich wütend an. Ach, jetzt kommt wahrscheinlich der Wahre Marco. "Was hätte ich denn tun sollen? Er hat dich geküsst. Genau in der Situation als du keine Kontrolle über deinen Körper hattest. Ich hab ihm Vertraut so wie ich dir Vertraue." "Ja dann hast du immer noch nicht das Recht ihm ein blaues Auge zu verpassen. Marco. Weißt du wie sein Gesicht aussieht?" er schüttelte mit dem Kopf und massierte seine linke Hand. Ich beobachtete ihn und wusste sofort, dass er auch schmerzen in seiner Hand nach dem Schlag hatte. "Er hat es verdient Lea." ich sah in entsetzt an und schüttelte den Kopf. "Ich find es immer wieder bemerkenswert wie sich ein Mensch in so kurzer Zeit verändern kann." ich lief an ihm vorbei. "Und das zum Negativen." er sah mich mit großen Augen an. Wollte was darauf antworten, doch er ließ mich laufen. Somit konnte ich zu Liam gehen und in Ruhe nachdenken.

Frustration, Ehrgeiz, Rückhalt [Marco Reus FF] -Band 2-Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt