Lachend ließ ich mich auf Tobios Bett fallen. Es war still im Zimmer. Ich konnte das Rauschen in meinen Ohren hören. Ich angelte mir Tobios Kopfkissen. Sofort streifte mich sein typischer Geruch. Meine Nase presste sich in den weichen Stoff platt, während ich tief einatmete.
„Was machst du da?" Er kam näher, ließ sich neben mich auf die Matratze fallen.
„Riechen..." Meine Stimme klang gedämpft, ein genießerischer Unterton schwang in ihr.
Tobio schlug sich gegen die Stirn, kopfschüttelnd musterte er mich, aber immerhin hatte ich ihn zum Grinsen gebracht.
Ein Gedanke schob sich in den Vordergrund. Voller Schrecken setzte ich mich auf.
„Was?" Das Dunkelblau betrachtete mich, bereits in Alarmbereitschaft, was ich mir jetzt ausdenken würde.
Meine Wangen färbten sich rot. Ich fummelte am Saum meines kurzen Rocks. Nervös knibbelte ich an meinem Daumennagel. „Ich... Ich habe keinen Schlafanzug!"
Erleichtert atmete Tobio aus. Mit diesem Problem würde er fertig werden. Er kramte in seiner großen Tasche, bis er schließlich in der Hand hielt, was er gesucht hatte. Der Schwarzhaarige überreichte mir ein rotes T-Shirt. Meine Fußknöchel knacksten leise, als ich vom Bett ins Badezimmer schlich. Den roten Stoff an meine Brust gedrückt.
Das Schloss klickte leise, ein Summen ertönte, als ich den Lichtschalter betätigte und der Lüfter angeschaltet wurde. Ich legte meine Kleidung ab, ordentlich gefaltet, um sie am nächsten Morgen noch einmal anziehen zu können. Das rote T-Shirt roch nach Waschmittel und Weichspüler. Es war viel zu groß und ging mir bis zur Mitte meiner Oberschenkel, aber es schenkte mir das Gefühl von Geborgenheit.
Ich würde mit Tobio in einem Bett schlafen. Bis vor einem Augenblick war mir das nicht bewusst gewesen, nicht richtig. Ein Quietschen entfuhr mir. Meine Fingerspitzen zitterten aufgeregt. Ich starrte mein Spiegelbild an, meine grünen Augen, die vor Aufregung blitzten, das schüchterne Lächeln auf meinen Lippen, der rote Schimmer auf meinen Wangen.
Reiß dich zusammen. Du hast doch schon mal mit ihm in einem Bett geschlafen. Aber da warst du krank, da hattest du eine Ausrede, verunsicherte ich mich selber. Meine Nägel krallten sich in die weiße Keramikwanne. Eilig drehte ich den Wasserhahn auf und ließ das kalte Nass über meine Pulsader fließen. Die Kälte der Fliesen zog über meine nackten Füße meine Beine hoch. Ich begann zu zittern.
„Misaki? Geht's dir gut? Ist dir schlecht?" Tobio klang besorgt, seine Stimme durch die Tür gedämpft.
Reiß dich zusammen. „Alles gut, machst du schon mal das große Licht aus?"
Ich trocknete meine Arme, atmete tief durch und öffnete die Tür.
Nur noch das Licht auf dem Nachtkästchen brannte. Tobio lag bereits im Bett, seine Augen wurden groß bei meinem Anblick. Unsicher und nervös spielte ich mit dem Saum. Ich sah auf meine Zehen.
„Das ist das Schönste, was ich bisher gesehen habe", grinste er liebevoll. Ich sah auf, erkannte den roten Schleier auf seinen Wangen, das sanfte Lächeln, ein Glitzern in dem Dunkelblau seiner Augen.
„Worauf wartest du?" Er klopfte neben sich auf den Futon, hob die Decke an. Er trug eine graue Jogginghose und ein weißes Shirt.
Eilig kuschelte ich mich unter die Decke, verbarg meine heißen Wangen an seiner Brust. Er war wie eine Wärmflasche. Seine Hitze hätte mich schläfrig gemacht, wenn mein Herz nicht damit beschäftigt gewesen wäre, Adrenalin und Glückshormone durch meine Venen zu pumpen.
Sein Kinn ruhte auf meinem Kopf, seine Fingerkuppen strichen an meinem Rücken auf und ab.
„Tobio?"
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Nicht genug (Kageyama x OC) | Haikyuu Fanfiction | Abgeschlossen
Fanfiction„Halt still", flüsterte er leise, sein Atem hauchte mich warm an. Seine zitternden Finger, ich spürte, wie er versuchte es zu unterdrücken, legten sich an meine Wangen. Das Dunkelblau kam langsam näher, seine Nasenspitze streifte meine Kalte. Blitz...