Fingerfertig
Der Krieg hatte ihnen beigebracht zu überleben. Doch niemand hatte ihnen gezeigt, wie man danach lebte.
Sechs Jahre nach der Schlacht von Hogwarts ist Harry Potter vierundzwanzig, Auror und noch immer hervorragend darin, jede eigene Wunde zu ignorieren. Severus Snape dagegen hat sich vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er entwickelt Heiltränke, lebt allein und trägt seine Schuld wie eine zweite Haut. Bis Harry ihn eines Nachts blutend in Spinner's End findet.
Jemand jagt ehemalige Spione und Informanten des Widerstands. Seine Waffe ist ein Trank, der keine sichtbaren Verletzungen hinterlässt, sondern seine Opfer zwingt, ihre schlimmsten Erinnerungen immer wieder zu durchleben. Um Snape zu schützen, bringt Harry ihn an den sichersten Ort, den er kennt: Grimmauldplatz zwölf.
Aus drei Tagen werden Wochen. Aus widerwilliger Zusammenarbeit entsteht Vertrauen. Und zwischen nächtlichen Albträumen, gemeinsam versorgten Wunden und einer Nähe, die keiner von beiden geplant hat, erkennt Harry, dass ausgerechnet Severus der einzige Mensch sein könnte, der versteht, wie einsam das Überleben sein kann. Doch Severus hält Harrys Gefühle für Dankbarkeit, Trauma und einen gefährlichen Irrtum. Während der Täter ihnen immer näher kommt, droht Snape deshalb erneut die Entscheidung zu treffen, die ihm leichter fällt als jede andere: sich selbst zu opfern.
Um einander zu retten, müssen Harry und Severus sich nicht nur dem Mann stellen, der ihre dunkelsten Erinnerungen gegen sie verwendet. Sie müssen auch herausfinden, ob zwei Menschen, die sich selbst längst aufgegeben hatten, gemeinsam eine Zukunft haben können.
Denn Überleben war niemals das Ende ihrer Geschichte.
Es war erst der Anfang.