Sari_stay_army_atiny
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Die Nacht lag schwer über der Stadt, als sich zwei Gestalten im Schatten begegneten.
Felix stand im Zwielicht, sein silbernes Haar wirkte wie flüssiges Mondlicht, das über seine Schultern fiel. Der Kristall an seiner Kette glühte schwach, ein stilles Siegel gegen die Dunkelheit in ihm. Seine Augen waren scharf und zugleich voller Melancholie - als würde er zwischen zwei Welten gefangen sein, unfähig, sich ganz für eine zu entscheiden. Halb Mensch, halb Vampir. Ein Grenzgänger, dessen Herz noch schlug, aber nicht mehr ganz menschlich war.
Hyunjin hingegen war das reine Gegenteil. In seinen Zügen lag eine fast unheimliche Schönheit, kalt und verführerisch wie die Nacht selbst. Seine Präsenz war erdrückend, fast majestätisch, und jeder Blick von ihm war wie eine unsichtbare Klinge. Wo Felix noch versuchte, das Licht festzuhalten, hatte Hyunjin es längst aufgegeben. Er war ein Vampir in seiner reinsten Form - elegant, gefährlich, und stolz auf die Macht, die durch seine Adern floss.
Doch zwischen ihnen lag eine unsichtbare Spannung. Felix sah in Hyunjin das, was er fürchtete, aber vielleicht auch begehrte: die völlige Hingabe an die Dunkelheit. Hyunjin wiederum erkannte in Felix das, was er längst verloren hatte - die Menschlichkeit, die er nie zurückgewinnen konnte.
Es war ein stiller Tanz aus Versuchung und Widerstand. Zwei Wesen der Nacht, die einander abstießen und doch unaufhaltsam zueinander gezogen wurden.