velvetember
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Jungkook hasste es, wenn jemand Emotion über Technik stellte.
Wenn jemand fühlte, statt zu zählen. Wenn jemand atmete, statt zu zählen. Wenn jemand wie Park Jimin den Raum betrat - zu locker, zu leicht, zu... schön. Und sich dann auch noch herausnahm, frei zu tanzen, während andere sich abrackerten, um nur halb so gut zu wirken.
Jimin war weich in der Bewegung, aber nicht unsicher.
Er war präzise, ohne hart zu wirken.
Und genau das machte Jungkook wütend.
Da war nichts, woran man sich aufhängen konnte. Keine offensichtliche Schwäche, kein falscher Schritt. Nur dieses fließende, mühelose Etwas, das sich durch jede Probe zog, als wäre Tanzen keine Disziplin, sondern eine Sprache, die nur er flüssig beherrschte.
Also natürlich wurden sie für die Abschlussperformance zusammen eingeteilt.
Weil das Schicksal gerne zusah, wie Kontrolle und Chaos sich gegenseitig ins Wanken brachten.
Schon in der ersten Probe zeigte sich, wer die Zügel halten wollte - und wer sie losließ.
Jungkook gab Anweisungen, Jimin lächelte.
Jungkook verlangte Zahlen, Jimin hörte auf Musik.
Jungkook drückte, führte, hielt fest.
Jimin ließ sich führen - aber nie unterwerfen.
Und plötzlich war jede Berührung ein Befehl.
Jede Bewegung ein Widerstand.
Jede Pause ein stiller Krieg.
Ein Körper sprach Technik, der andere Gefühl.
Und keiner von beiden hörte auf den anderen.
Noch nicht.