Iamtheonlyone_
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Für die Hamburger Mordermittlerin Luciana Varga riechen Krankenhäuser nicht nach Heilung. Sie riechen nach kalter Angst und dem schlimmsten Tag ihres Lebens. Seit dem Tod ihrer Freundin vor drei Jahren hat Luciana sich hinter einer Mauer aus Lederjacken, Zynismus und Überstunden verschanzt. Sie funktioniert, sie jagt Mörder, aber sie lebt nicht mehr.
Bis sie in einer verregneten Nacht auf einer trostlosen Laderampe des Katharinen-Hospitals auf Maya trifft.
Maya ist Intensivpflegerin. Sie kennt den Tod genauso gut wie Luciana, aber sie hat sich entschieden, trotzdem an das Leben zu glauben. Zwischen kaltem Zigarettenrauch und dem Lärm der Großstadt entsteht eine Verbindung, die Luciana völlig unvorbereitet trifft. Maya ist alles, was Luciana fürchtet: Hoffnung, Wärme und die Gefahr, wieder jemanden zu verlieren.
Doch während Maya bereit ist, Lucianas Narben zu küssen, kämpft die Kommissarin gegen ihren härtesten Gegner: ihre eigene Schuld. Darf man lieben, wenn man eigentlich trauert? Und wie viel Mut kostet es, nicht nur zu überleben, sondern wieder anzufangen?
....
„Schlechte Schicht?", fragte die Frau. Ihre Stimme war tief, angenehm.
Luciana gab das Feuerzeug zurück. „Sowas in der Art."
„Kenn ich." Die Frau steckte das Feuerzeug ein und nahm selbst einen Zug. „Manchmal ist die Luft da drin so dick, dass man sie schneiden kann."
Luciana sah sie von der Seite an. „Arbeiten Sie in der Notaufnahme?"
„Intensivstation", korrigierte die Frau. Ein Schatten huschte über ihr Gesicht, der sie plötzlich Jahre älter wirken ließ. „Wir haben heute einen Vierzehnjährigen verloren. Verkehrsunfall."
Luciana schwieg. Sie wusste nicht, was man darauf sagte. Floskeln hasste sie.
„Das ist scheiße", sagte sie schließlich ehrlich.
Die Frau lachte kurz auf. Es war ein trockenes, humorloses Geräusch, aber es erreichte ihre Augen. „Ja. Ja, das ist scheiße. Genau das." Sie drehte sich zu Luciana. „Und Sie? Cop?"
„Mordkommission."