00_emerald
Violet liebte Bücher. Wenn sie in einem ihrer Bücher versank, fühlte sie sich, wie auf Wolke sieben. Sie fühlte sich förmlich als wäre sie Teil der Geschichte, als wäre sie dieser Glückspilz von einem Mädchen, für den sich das Arschloch plötzlich zum Helden wandelt. Nichts auf der Welt vermochte in ihr solche Gefühle hervorzurufen, wie ein guter Liebesroman. Und genau das war das Problem.
Sie träumte ihr Leben lang davon, dass es endlich passierte - der Moment von dem sie so viel gelesen hatte - die große Liebe, der Eine, ihre Bestimmung - sollte endlich in ihr Leben treten und alles andere in den Hintergrund rücken. Sie wollte sich völlig in der Liebe verlieren, die Welt durch eine rosarote Brille sehen und von unbändigender Leidenschaft erfasst werden.
Doch je mehr Zeit verging , umso größer wurden die Zweifel in ihr. War die Liebe vielleicht doch nicht wie in den Büchern? War der ganze Zauber bloß ein Riesenschwindel und das ganze doch nur ein Trick der Natur der der reinen Arterhaltung diente? Oder lag es an ihr? Stimmte etwas mit ihr nicht? War sie es nicht wert, so geliebt zu werden? Oder konnte Sie so etwas gar nicht empfinden?