Mariebtsarmy13
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Niemand im Internat stellte Fragen.
Nicht über die stillen Schüler. Nicht über die langen Ärmel mitten im Sommer. Und erst recht nicht über die Schatten unter Seungmins Augen.
Tagsüber war er ruhig, unauffällig, fast unsichtbar. Doch nachts wurden die Gedanken laut genug, um ihn wach zu halten.
Chan bemerkte es früher als die anderen.
Die zitternden Hände. Die Panik hinter den leeren Blicken. Das erzwungene Lächeln.
Vielleicht weil auch er selbst Dinge mit sich herumtrug, über die niemand sprach.
Zwischen kalten Internatsfluren, schlaflosen Nächten und Geheimnissen, die beide langsam zerstören, entsteht etwas, das sie nie gesucht haben:
Manche Menschen schreien nicht nach Hilfe.
Manche hoffen einfach, dass jemand bleibt.