AndreaRoellig
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Mitten in Hamme, zwischen Gotenstraße und Wotan-Weg, liegt die Germania - zwei Reihen alter Zechenhäuser, Vorgärten wie frisch gekämmte Scheitel und hinten lange Gärten, wo man alles sehen kann, wenn man nur hinschaut.
Hier wohnt Sybille Wachowiak, die Blumenfrau mit dem Duft von Paris im Flur. Nebenan die Sängers, laut, bunt und nie um einen Spaß verlegen. Die Wolters, ordentlich wie ein frisch gebügeltes Hemd - außer ihr Timo, der lieber durch's Fernglas guckt. Die de Vries, ein Paar aus Gewohnheit und kleinen Geheimabsprachen. Opa Kowalski auf seiner Bank, bekennender FKK-Mann mit frechem Grinsen. Die Krügers, wo alles nach Lavendel riecht, aber nicht alles so ordentlich ist, wie's scheint. Die Nowatzkis, Mutter und Tochter wie Sekt und Eierlikör - prickelnd beide. Und Irmgard Brenner, Frisörin mit Herz und klarer Kante.
In der Germania hat jeder seine Eigenarten, jeder seine kleinen Geheimnisse - und einer guckt immer. Hinter Gardinen und Gartenzäunen, zwischen Bohnerwachs und Grillkohle, spielt sich ein Sommer ab, der niemanden unberührt lässt.