Lia-Nika
Im Moment fühlt es sich an, als hätte die Angst in mir gewonnen. Als hätte sie langsam die Kontrolle übernommen, ohne dass ich es richtig bemerkt habe. Und jetzt sitze ich hier und muss zusehen, wie alles auseinanderfällt.
Ich habe einen Fehler gemacht. Nicht irgendeinen kleinen Fehler, den man irgendwann vergisst. Sondern einen, der den Menschen verletzt hat, der mir am wichtigsten ist.
Den Menschen, den ich über alles liebe. Und vielleicht ist genau das das Schwerste daran - zu wissen, dass man selbst der Grund für den Schmerz eines Menschen geworden ist, den man eigentlich beschützen wollte. Seitdem kreisen meine Gedanken ununterbrochen.
Kämpfen oder aufgeben.
Hoffen oder akzeptieren.
Festhalten oder loslassen.
Ich weiß nicht, was richtig wäre. Ich wünsche mir einfach, dass sie spürt, dass ich sie respektiere.
Ihre Grenzen.
Ihre Wünsche.
Das, was ihr wichtig ist.
Aber mein Kopf und mein Herz ziehen in unterschiedliche Richtungen. Mein Kopf sagt mir, dass ich vielleicht schon alles kaputt gemacht habe.
Und mein Herz klammert sich immer noch an die Hoffnung, dass nicht alles verloren ist.
Vielleicht ist Liebe manchmal genau das:
Die Angst, einen Menschen zu verlieren, den man nie verletzen wollte.