mervekarabey
Ich saß im Bett und blickte aus dem Fenster. Meine Blicke fielen auf den weißbedeckten Rasen in unserem Garten. Ich beobachtete die Vögel und horchte ihnen gehorsam zu. Meine Gedanken schweiften umher. Ein Liebesdrama spielte sich kontinuierlich in meinem Kopf ab. Gibt es Monogamie heutzutage noch? Ich überlegte. Wer in meinem Freundeskreis befand sich in einer monogamen Beziehung? Keiner. Selbst die Erwachsenen ließen sich öfters scheiden, als eine monogame Beziehung führen zu können. Wieso drehte ich mich im Karussell ununterbrochen? Ich wollte stehen bleiben. Ich wollte endlich ankommen. Es stand mir anscheinend nicht zu einen liebenswürdigen jungen Mann kennen zu lernen, der mich aus meinem Gedankenkarussell befreite. Waren meine Ansprüche zu hoch oder suchte ich mir die falschen Männer aus? Mein Handy neben meinem Bett erleuchtete. Hoffnungsvoll warf ich einen Blick darauf. Fehlanzeige. Er war es nicht. Bekümmert legte ich mich wieder ins Bett und drehte mich erneut zum Fenster. In diesem Augenblick fühlte ich nichts. Weder Trauer noch Wut. Meine Intensität an Verzweiflung ließ mich kalt. Ich stellte mir nur immer wieder dieselbe Frage. War ich ihm je wichtig gewesen? Ich entschied mich ihn nicht anzurufen. Ich wollte nicht aufdringlich wirken, obwohl ich allen Drang dazu verspürte das Telefon in die Hand zu nehmen, seine Nummer zu wählen und mit besorgter Stimme zu fragen, weshalb er mich in Unsicherheit brachte. Dass ich mich ständig abwertend dagegen anlehnen musste, machte mich zu einem erkennbaren Masochisten. Die Stunden zogen sich wie Kaugummi. Zu meinem Entsetzen stellte ich stündlich fest, dass er noch nicht online gewesen war und jedes Mal drückte meine linke Brust noch ein Stück mehr, sodass ich langsam Panik verspürte. Also richtete ich mich auf und setzte mich mit geradem Rücken auf dem Bett, zog meine Decke bis zu meinem Gesicht über und schaltete den Fernseher ein. Im Fernsehen lief meine Lieblingsserie. Sex and the City.