Mein Blinddate mit dem Leben

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WpMetadataNoticeLast published Sun, Oct 8, 2017
Vor genau einem halben Jahr war ich noch besorgt, dass ich keinen Freund habe, dass ich noch nie geküsst wurde, dass ich noch nie mit einem Jungen im Kino war. Es war okay. Ich war ja auch erst 17. Naja, die meisten Freuninnen meiner Klassen waren schon viel weiter aber ich wusste, dass eines Tages der Richtige kommen wird. Tja, da hatte ich auch noch so viel Zeit, dass ich unendlich lange warten konnte. Doch dieses Warten hat nun ein Ende. Ich habe einen Gehirrntumor diagnostziert bekommen. Im 3. Stadium. Nicht heilbar. Meine Diagnose. Ein halbes Jahr, wenn überhaupt. Dieser Moment stellte mein gesamtes Leben auf den Kopf. Ein halbes Jahr, in dem alle meine Wünsche in Erfüllung gehen sollten. Ein halbes Jahr, bevor ich überhaupt mein Abitur machen konnte. Ein halbes Jahr, bevor meine Lippen für immer verstummen.
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Cold Fire

Als ich in der neunten Klasse war vernahm ich von meinen Mitschülern, mit den ich nur sehr wenig zu tun hatte, ein Gerücht, dass in der Oberstufe eine Gruppe von Jungs die Schule regierte. Sie regierten sie nicht wie ein Direktor, doch sie waren berüchtigt für ihre gewalttätigen Handlungen. Ich fand es faszinierend, aber nicht mehr, denn ich fühlte mich sicher. Sicherheit und Unscheinbarkeit waren meine größten Stärken, so schmuggelte ich mich durch die Schuljahre. Keine Freundin, ein niemand redete mit mir und das war auch gut so, dachte ich. Ich hatte ein Ziel, ein Vorstellung von meinem Leben und da war Liebe und Freundschaft nur hinderlig. Ich wollte niemals aus der Menge herausstechen, das war es was ich tat. Wie gesagt, als das Gerücht sich langsam verbreitete war es mir egal, denn ich fürchtete diese Jungs nicht. Ich fühlte mich sicher und vielleicht war es das, was mir zum Verhängnis werden sollte.

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