Der Schnee legt sich wie eine kuschelige Decke über mich. Ja, Schnee kann wärmen. Gedanken können wärmen. Aber es geht natürlich auch anders. Genauso ist Schnee nämlich in der Lage, mich zum Frieren zu bringen, in eine ungemütliche Starre zu versetzen. Vielleicht fasziniert mich das so sehr an ihm. Die Launenhaftigkeit, der Trotz und die Reinheit. Schnee ist pur und auch Gedanken tragen keinen Mantel. Sie kommen, wie sie wollen und verschwinden, wann sie es möchten. Und er lässt sich nicht fangen, der Schnee, denn wenn du nach ihm greifst, taumelt er fort oder schmilzt in deinen Händen. So geht es mir manchmal mit meinen Gedanken. Oft sind sie so viel schneller als ich, dass ich ihnen nur hinterher laufen kann. Oder sie toben und ich bin nur fähig, zu warten, bis der Sturm sich wieder legt. Dem Schneetreiben gegenüber bin ich machtlos.
37 Kapitel Abgeschlossene Geschichte Erwachseneninhalt
37 Kapitel
Abgeschlossene Geschichte
Erwachseneninhalt
Tod.
Das ist es, was man erwartet, wenn man von einer Brücke in die Tiefe springt.
Das ist es, was man will, wenn man es tut, um dem Leben und seinem Schmerz zu entkommen.
Und das ist es, was Reece und Jax nicht bekommen haben.
Den gemeinsamen Frieden, das herbeigesehnte, freiwillige Ende, die Rettung aus einem Leben, das ihnen nie etwas Gutes getan hat.
Einem Leben, in dem sie nicht zusammen sein konnten, es nicht durften.
Einem Leben, das sie dazu gebracht hat, sich den Tod zu wünschen.
Aber was, wenn genau dieses Leben sie nicht gehen lassen will?
Wenn es etwas anderes für die Beiden geplant hat?
Wenn es wahre Wunder vollbringt, um sie zu ihrem Schicksal zu führen?
Und was, wenn sie die zweite Chance dann vergeben, weil auch ihre Vergangenheit sie nicht loslassen will?
Für was werden sie sich entscheiden?
Ein neues Leben oder einem in der Vergangenheit?
Und ist es überhaupt ihre Wahl, oder hat das Schicksal das schon lange vorherbestimmt?
„Ich spüre nichts, Jax, rein gar nichts. Aber das liegt nicht daran, weil ich von der Brücke gesprungen bin und auch nicht daran, weil ich es getan habe, weil ich dachte, du wärst tot, sondern an der Tatsache, dass unsere Familien uns zu dem Punkt gebracht haben, an dem es nötig war, dass du deinen Tod vortäuschst. Diese ganze Scheiße..." Er gestikuliert wild in der Luft herum, während er immer lauter wird. „...hat mich zu einem verdammten Krüppel gemacht! Denkst du, das lasse ich auf mir sitzen?!"
1. Teil: Die Liebe und der Feind
2. Teil: Die Liebe und der beste Freund
----3. Teil: Die Liebe und das neue Leben