„Mel! Komm schon bleib stehen!", ruft er.
Aber ich laufe immer weiter, ignoriere die Tatsache, dass es wie aus Strömen gießt und meine Kleidung an mir klebt.
„Wieso sollte ich?", rufe ich wütend.
„Damit ich es dir erklären kann.", ich kann hören dass er mich fast eingeholt hat und beginne deswegen noch schneller zu laufen.
Aber bereits im nächsten Moment hat er mich am Handgelenk gepackt und mich zu ihm gedreht, was mich schmerzlich an unsere erste Begegnung erinnert.
Er ist klatschnass, sein schwarzes Haar fällt ihm ins Gesicht und seine blauen Augen blicken mich flehentlich an.
„Was willst du mir erklären? Dass du mich, ausgerechnet mich, verraten hast?", der Blick auf unsere Armbänder die golden glühen, weil sie die Anwesenheit unseres Seelenspiegels registrieren, lässt meine Stimme brechen und ich muss die Tränen zurück halten.
„Mel, bitte...", flüstert er, aber ich unterbreche ihn und sage leise, als würde ich mich nicht trauen diese Worte auszusprechen: „Es tut mir leid, Ian, aber dieses Mal kann und will ich dir nicht verzeihen."
Ich blicke auf seine Hand, die als wenn sie alle Kräfte verloren hätte, von meinem Handgelenk fällt. Das Licht unserer Armbänder erlischt und Ians Stimme ist zittrig als er sagt: „Dass kannst du mir nicht antun. Wir sind für einander bestimmt."
„Das heißt nicht, dass ich bei dir bleiben muss."
Alternative Universe (AU)
Melody Cooper lebt in einer Welt, wo jeder wie verzweifelt nach seiner besseren Hälfte sucht.
Zwischen korrupten Seelendieben, die davon überzeugt sind die Menschheit wäre ohne das zweite Gegenstück besser dran, und verrückten Freunden, die ihr das Leben schwer machen, versucht sie sich zu Recht zu finden.
Und muss schnell feststellen, dass nur weil man füreinander bestimmt ist, noch lange nicht heißt dass alles reibungsfrei abläuft.
Carlo war diese Art von Person, der man lieber aus dem Weg ging. Er war kalt, gefühlslos und herablassend. Niemand kannte ihn wirklich, bis auf Joe. Sie waren Freunde und er war immer für sie da. Aber Menschen ändern sich. Man entfernt sich von einander und auf einmal waren sie nur noch Fremde.
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Er geht vor mich, sodass seine braunen Augen in meine blauen starren.
Erst heute bemerke ich, dass sie so viel Leben ausstrahlen.
"Glaubst du wirklich, dass du die Gang brauchst?", fragt er mich.
Ohne nachzudenken schüttle ich meinen Kopf, hole tief Luft und verdränge weitere Tränen "Ich brauche nur dich. Meinen besten Freund"
Er schließt mich nocheinmal in die Arme.
"Ich bin doch für dich da, es wird alles gleich bleiben"
Ich schlurchze laut auf, vergrabe meinen Kopf in seinem Pullover, atme seinen Duft ein.
"Du warst die letzte Woche nicht für mich da und du wirst es in der Zukunft auch nicht sein. Merkst du denn nicht, dass wir uns auseinander gelebt haben?"
Plötzlich lässt er mich los.
Die Wärme Verschwindet und nicht nur sie.
Meine Augen sind geschlossen und ich will sie gar nicht mehr öffnen.
"Es tut mir leid", haucht mir Carlo nocheinmal in den Nacken und verschwindet dann.