Black Bird Stories

Black Bird Stories

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WpMetadataNoticeLast published Sun, Jan 19, 2020
Da bin ich nun. Siehst du mich? Hier sitze ich, auf dem ausgedorrten Ast der mich kaum zu tragen weiß und blicke dich an. Meine stumpfen Federn schüttle ich, meine alten Füße halten mich kaum mehr und ich weiß nicht, ob es meine Knochen sind, oder das alte Holz unter mir welches diese ächzenden Geräusche von sich gibt. Oder ist es vielleicht doch etwas anderes? Warum siehst du mich so an? Wer ich bin? Ich bin der Rabe. Eine schier unendliche Reise liegt hinter mir. Viel erlebt habe ich, das kannst du mir glauben. War Begleiter großer Hexen, deren Magie dich das fürchten lehren würden. Habe zugesehen, wie diese unter Schmerz kreischten, als die Flammen ihre Haut zernagten, was das Fleisch ungenießbar für mich machte. Die Hexenjäger, sie waren schuld. Ich war Wächter über Schlachten und konnte dabei voller staunen zu sehen, wie der letzte Schein aus den Augen sterbender Menschen erlosch. Wenige glückliche brachte ich zum Flehen, als ich ihnen das Herz aus der Brust pickte. Wo ich war, fand man den Tod. Ich bin der Vorbote der Kälte und fliege hoch über dem Tal. Dabei habe ich vieles gesehen. Nicht nur ihr Menschen tut abscheuliches, nein, nein. Ihr nennt sie Dämonen, Geister oder sogar Monster. Alter Rabe, der ich bin, habe stets beobachtet, habe aufgepasst. Hörst du mich? Hörst du mein Krächzen? Dann pass gut auf. Setzt dich zu mir an den Baum, labe dich am Licht des Mondes und fühle die Kälte der Nacht. Lehne dich zurück und ignoriere das Ächzen da hinten, du bist sicher bei mir, das verspreche ich. Komm setzt dich nun, ich will dir meine Geschichten erzählen.
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Ich musste im Wald verschwinden. Sofort lief ich auf den Rand der Lichtung zu. Ich musste so viel Abstand zwischen sie und mich bringen wie möglich. Wer weiß, was es ihr sonst antuen würde. Meine Füße flogen über den unebenen Waldboden. Oft drohte ich über eine Wurzel zu stolpern oder in einen tiefhängenden Ast zu laufen. Hoffentlich folgte sie mir nicht, um mich zur Rede zu stellen. Das Ziehen wurde stärker, schmerzvoller. Warum konnte ich nicht sportlicher sein? Meine Seite stach und ich konnte meinen Herzschlag in meinem Hals spürten. Ich atmete lautstark durch meinen Mund und ich spürte Schweiß auf meiner Stirn und unter meinen Achseln. Der Schmerz nahm zu. Ich verzog meine Gesichtszüge. Keuchend lief ich noch ein paar Schritte nach vorne. Wohin war ich gelaufen? Meine Knie gaben unter mir nach und ich fiel nach vorne. Kleine Steine bohrten sich in meine Knie und in meine Handflächen. Meine Haare klebten mir nass an meiner Stirn. Das Ziehen war nun unerträglich. Meine Muskeln spannten sich an und verkrampften sich. Schmerzerfüllt stöhnte ich auf und kniff meine Augen zusammen. Unbewusst hielt ich die Luft an. Es begann. Mein Atem wurde schneller und ging nun stoßweise. Meine Knochen knackten als ich anfing mich zu verändern. Mein Rücken wurde breiter und länger. Plötzlich knackte ein Ast hinter mir. Sofort fuhr ich zur Geräuschquelle herum. Meine Augen weiteten sich als ich Astrids Gesicht zwischen den Baumstämmen ausmachte. Nein, genau das wollte ich doch verhindern! Schmerz trübte meine Sicht. Noch nie hatte eine Verwandlung sich so sehr in die Länge gezogen aber bis jetzt hatte ich auch keinen Grund gehabt gegen sie anzukämpfen. Meine Haut wurde rau und schuppig. Oh nein, es war schon fast vorbei! „Lauf, bitte, ich will nicht, dass es dir weh tut!", keuchte ich flehend während ich ihr verzweifelt in die schockierten, weit aufgerissenen Augen schaute.

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