Milchkaffee

Milchkaffee

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WpMetadataNoticeLast published Thu, Aug 20, 2020
Ein Café. Ihr Lieblingscafé um genau zu sein. An einem regnerischen Tag verbringt sie ihren Nachmittag dort. Doch an diesem Nachmittag kann sie sich der Ruhe und dem Frieden nicht so hingeben wie sie es sonst gerne tut. Vielleicht ist die Welt gar nicht so rund und ihr Leben nicht so durchgeplant wie sie gedacht hatte. Und etwas bringt sie ganz gewaltig aus ihrer Bahn des Alltags... Zitate: "Sie hört wie der Stuhl gegenüber zurück gezogen wird und sich jemand setzet." "Es gibt etwas das du nicht über deine Familie weißt." Character Beschreibung: Sie ist eine fleißige, hart arbeitende und kluge Frau, mit ihrer Art steht sie sich jedoch manchmal selbst auf den Füßen und hält sich in Dingen zurück die sie längst schaffen wollte. Ihre Welt dreht sich um ihre Arbeit und den einen Platz wo sie Ruhe vor der Welt findet. Ihr Perfektionismus und dem Bedürfnis ihre wenigen Sozialkontakte trotz ihres introvertierten selbst zu hegen, legen ihr oft Steine in den Weg doch sie scheint sich durch zu kämpften.
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#77
sie
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Der erste Sonnenstrahl stahl sich durch das schmale Fenster, tastete sich langsam über das zerwühlte Bettlaken, bevor er ihre Wange berührte. Ein sanftes, goldenes Licht, das sie aus der Dämmerung ihrer Träume zog. Sie blinzelte, streckte sich unter der schweren Decke. Noch ein Tag. Noch ein weiteres Kapitel in einem Buch, dessen Handlung längst vorhersehbar war. Der Duft von altem Holz und abgestandenem Kaffee hing in der Luft, vermischt mit der fernen Melodie einer Stadt, die sich gerade erst aus ihrer nächtlichen Starre löste. Maschinen, Stimmen, Leben. Alles war in Bewegung - nur sie fühlte sich, als würde sie auf der Stelle treten. Ihr Blick glitt durch den kleinen Raum. Alles an seinem Platz. Die Bücher, fein säuberlich geordnet, als könnten sie eine Ordnung in ihr Inneres bringen. Jedes Stück sorgsam ausgewählt, jedes Objekt eine stumme Erinnerung an Kontrolle. Kontrolle, die sie brauchte, um nicht zu ertrinken. Doch selbst die makellose Oberfläche ihres Lebens konnte nicht verbergen, dass darunter etwas nagte. Etwas, das nach ihr griff, das in den stillen Momenten zwischen den Seiten ihres Alltags lauter schrie als alles andere. Ein Verlangen, unbestimmt, unfassbar - aber unaufhaltsam. Als sie den ersten Schluck Kaffee nahm, brannte er auf ihrer Zunge, doch sie genoss den Schmerz. Ein kurzer Moment, in dem sie sich spürte. Draußen erwachte die Stadt. Autos rollten über den Asphalt, Menschen eilten zur Arbeit. Jeder von ihnen trug seine eigene Geschichte in sich, eigene Sehnsüchte, eigene Narben. Und sie? Sie war nur eine Beobachterin am Rande des Spielfelds, gefangen zwischen Routine und dem tauben Echo einer Frage, die sich in ihr brannte: Wann wird sich endlich etwas ändern?

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