Eigentlich gibt es einen ganz einfachen Plan. Sage fängt ein Praktikum an, welches ihr Vater ihr besorgt hat, findet schmutzige Geheimnisse über Peter Woods heraus und kann endlich ihren lang verschollenen großen Bruder in die Arme schließen. Nicht mehr und nicht weniger.
Das dachte sie jedenfalls.
Denn der unverschämte Santiago hat anderes mit ihr vor. Seine Abneigung ihr gegenüber ist förmlich greifbar, erschwert ihr sowohl die Arbeit als auch das Leben. Er möchte sie um jeden Preis loswerden, möchte die Firma vor schlimmen Schäden bewahren. Nur ahnt er dabei nicht, dass er auch sein Herz vor ihr und ihrer temperamentvollen, hitzigen Art bewahren muss. Diese Schäden könnten nämlich weitaus gravierender sein.
„Sie ist bloß eine billige Praktikantin, ersetzbar innerhalb von wenigen Sekunden. Denn ihren scheiß Posten kann jeder übernehmen, selbst die Putzfrau, die erst seit einem Monat in Amerika ist."
Während er das sagt, schaut er mir unentwegt in die Augen. Er will, dass ich den Hass, den er unerklärlicherweise gegen mich hegt, deutlich spüre. Er will, dass ich endlich verschwinde und uns beiden diesen unnötigen Stress erspare. Nur weiß er nicht, wie viel mir an diesem Job liegt. Er hat absolut keine Ahnung, dass ich, wenn ich mit leeren Händen hier rausgehe, so viel mehr verliere als nur ein dämliches Praktikum. Dass ich mich selbst verlieren würde.
„Na los, Miss Harrington", sagt er und tritt noch näher. „Antworten Sie mir gefälligst."
Inzwischen spüre ich seinen Atem an meiner Kopfhaut. Er gleitet sanft über meine Haare, erweckt dummerweise das Bedürfnis in mir mich einfach umzudrehen und ihn zu berühren. Seine großen Hände auf meinen Körper zu platzieren und all meine Wut an ihm rauszulassen. Seine Arme und seinen Rücken animalisch zu zerkratzen, kräftig an seinen kurzen Haaren zu ziehen und in seine volle Lippe zu beißen. Ihn zu benutzen, um wieder runterzukommen.
** „Wir müssen los, Kai!" rief ich nun erneut und sah nervös hin und her, während er weiter vor der Zelle stand und mit ihr redete.
„Kai?" fragte ich und sah zu ihm, wobei er einwenig verzweifelt zu der Frau am Boden sah und ich wirklich glaubte ihn verloren zu haben.
Das kann doch nicht wahr sein. Seine Augen ließen noch nichtmal eine Sekunde von ihr und es brach mir das Herz, als er einen Schritt auf sie zumachte.
Doch da zischte er plötzlich und biss seine Zähne fest zusammen, als er meine Hand nahm und mich mit sich zog.
„Ich entscheide mich für dich." **
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Malakai und Kira könnten unterschiedlicher nicht sein und auch hätte niemals jemand gedacht, dass dieser kalte, ignorante Junge und das mitfühlende, lustige Mädchen mal zueinander finden würde.
Doch wie sagt man so schön? Unerwartet ist niemals unerwünscht. Okay, niemand sagt es, aber ich finde es passend.
Malakai verfolgte die Vergangenheit und schafft es nicht sich von ihr zu reißen, während Kira an ihrem Bruder klammerte, die einzige Familie die ihr noch blieb.
Die Geschichte ist allein von mir frei erfunden und ihre Rechte liegen bei mir. Deshalb könnte es sein, dass manche Sachen keinen Sinn für euch ergeben, doch ich bitte euch so zutun als wären die verrückten Aspekte in der Geschichte möglich.
Sonst hoffe ich, dass jeder viel Spaß beim Lesen hat, es hat mir nämlich Unmengen Spaß beim Schreiben gemacht.