Avelina - das leise Vermächtnis
Am Anfang war sie nur eine Stimme im Klassenzimmer. Eine Lehrerin mit ruhiger Fassade, einem verschlossenen Blick - und einer Geige, deren Klang mehr versprach, als Worte je hätten sagen können. Für Sylvie Niemann hätte es bei distanziertem Respekt bleiben sollen. Doch Musik folgt anderen Regeln.
Je mehr die junge Geigerin in Annika Mertens das Unausgesprochene spürt, desto tiefer verfängt sie sich in einem unsichtbaren Netz aus Bewunderung, Sehnsucht und Abhängigkeit. Das Schulorchester ist nur der erste Schritt. Die privaten Geigenstunden der nächste. Und längst verschwimmen die Grenzen zwischen Unterricht und dem Wunsch nach Anerkennung, verbotenen Fragen und mehr.
Was als gewöhnlicher Musikunterricht beginnt, wächst zu einer unheilvollen Faszination heran. Mit jedem Ton, den Sylvie spielt, verstrickt sie sich tiefer. In die Musik. In das, was unausgesprochen zwischen ihnen steht. Und in das gefährliche Wissen, dass Annika mehr verbirgt, als sie je zugeben würde
Denn manche Melodien klingen schön - bis man ihre wahre Geschichte kennt.