Der Gesang einer Sirene

Der Gesang einer Sirene

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WpMetadataReadComplete Wed, Dec 2, 2020
Die todgeweihte Kapitänin Tilda ist auf hoher See verloren gegangen. Dort trifft sie auf die Frau, die sie umbringen soll.
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meerjungfrau
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Man erzählt sich, dass das Meer eine Stimme hat. Nicht das Plätschern der Wellen oder das Donnern der Stürme, sondern eine echte Stimme. Klar wie Glas, uralt und unendlich müde. Ephyra ist diese Stimme. Eine Göttin geboren aus der Gischt und den Wellen der rauen See. Die Herrin über das, was unter dem Spiegel der Welt schläft. Die Ungeheuer der Tiefen gehorchen ihrem Wort, die Sirenen singen in ihrem Namen. Doch Macht ist wie die Gezeiten. Nach der Flut zieht sie sich zurück. Seit Jahrhunderten hat niemand zu ihr gebetet. Kein Opfer, kein Lied, nicht einmal ein leises Raunen. Götter, die vergessen werden, sterben nicht. Sie warten. Darauf, dass man sie wieder verehrt. Aber Ephyra weigert sich, auf etwas zu warten, dass niemals passieren wird. Also geht sie an Land, schneidet sich die Haare und sucht sich eine verlassene Hütte am Ufer einer kleinen Insel. In einem windschiefen Küstendorf findet sie Arbeit als Schankmaid. Sie trägt nun einfache Kleider, die nach Rauch und Salz riechen, bindet ihre Haare mit einem alten Seemannstuch zurück und hört den Stammgästen geduldig beim Lügen zu. Die Einheimischen haben längst aufgehört, sich über ihr Aussehen zu wundern, Augen tief, wie die See, Ohren angespitzt. Sie arbeitet still. Schnürt Fässer, wischt Tische, schenkt Krüge aus. Bis eines Tages ein Piratenschiff in der Küstenbucht vor Anker geht und ihr Leben, dass eben noch so herrlich langweilig war, zu einem Abenteuer wird, was sie selbst in ihren kühnsten Träumen nicht zu denken vermag. Ich weiß nicht, ob ich das hier alles so lasse, oder irgendwann nochmal ändere. Hoffe, es gefällt euch :-P Falls euch was auffällt, was man anders besser schreiben könnte, oder euch was verwirrt, lassts mich wissen.

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