Sein. Oder?

Sein. Oder?

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WpMetadataNoticeLast published Mon, Jun 7, 2021
Angenommen du sitzt mit deinen 21 Jahren vor deinem Computer und du bekommst es einfach nicht auf die Reihe deinen lang ersehnten Traum vom eigenen Buch zu verwirklichen. All das, was dir widerfährt erinnert dich an einen Grauton, den du in vergangenen Jahren für deine Zeichnungen benutzt hast. Die Uhr neben dir zeigt 17:25 Uhr an und das Einzige, das dir in den Sinn kommt, ist eine von dir erschaffene Ansicht auf Dinge, die du erlebt hast. Du möchtest aus der Menge stechen und endlich gesehen werden. Also entscheidest du dich dazu, deine Erfahrungen und Theorien in Worte zu fassen, um sie der Welt zu zeigen... Stress verbreitet sich in deinem gesamten Körper. Du spürst den Druck sogar in deinen Fingerspitzen. Am schlimmsten ist das Gefühl in der Brust, das dir fast deine Adern abschnürt. Du möchtest keine Romanze oder Fiktion verfassen, sondern die knallharte Wahrheit auf den Punkt bringen. Naja, zumindest mit ein wenig Umschreibung, nur fürs Verständnis. Selbst die Verwirrung ist hin und wieder verwirrt. Manch Geschriebenes, wenn man sich seiner eigenen Tiefe hingibt und dem nicht mehr entfliehen möchte, kann ganz schön gefährlich werden. Vor allem, wenn sich die eigene Traumwelt durch reichlich Fantasie zu einem einzigen Albtraum nach außen hin entwickelt. Eine Traumwelt im wahrsten Sinne des Wortes, die einen von der "realen" Welt abschotten kann. Nun stellt sich die Frage außerhalb der eigenen Traumvorstellung - Sein, oder? "Schlussendlich geht es doch darum, sich nicht mit anderen zu vergleichen und schon gar nicht zu beurteilen. Diese zwei Verben, vergleichen und beurteilen, sind mächtiger, als ich dachte." Inspiriert von William Shakespeares Zitat „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage" aus der Tragödie Hamlet, Prinz von Dänemark, 3. Aufzug, 1. Szene. Dieses Zitat hat eine ehemalige Mitschülerin erwähnt, als ich die Klasse betrat und ihre Frage mit den Worten "Sein, oder?" beantwortet habe.
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Ist es schräg, erst mit 26 Jahren erstmals Geschlechtsverkehr zu haben? Ist es ungewöhnlich, suchtgefährdet zu sein? Ist es verwerflich, psychisch zu erkranken? Obwohl ein Grossteil der Leute diese Fragen wahrscheinlich mit "Nein" beantworten würde, sind die angesprochenen Themen alle mit Tabus behaftet. Dabei könnte man doch einfach darüber sprechen. Mit dem vorliegenden Buch ist die Hoffnung verbunden, dass künftig weniger Leid dadurch entsteht, weil man über vermeintlich ungewöhnliche Erscheinungsformen des Lebens den Mantel des Schweigens hüllt. Erst durch einen offenen Umgang mit dem, was war, eröffnet sich die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, was wird. Mein Leben als junger Erwachsener war orientierungslos. So deutlich ich spürte, was ich wollte, so unklar war mir, wie sich dieses Streben umsetzen liess. Am belastendsten aber war, dass ich mit emotionalen Defiziten aus der Pubertät hervorgegangen war, die einer glücklichen Liebesbeziehung hartnäckig im Weg standen. Weshalb das so war, verstand ich lange nicht. Rückblickend stelle ich erleichtert fest: Kehrtwenden sind im Leben auch jenseits der Jugend möglich. Aber blitzartige Veränderungen von heute auf morgen gehören ins Reich der frommen Wünsche. Ein Wandel falscher Sichtweisen und kontraproduktiver Angewohnheiten ist ein Langzeitprojekt, bei dem keine Abkürzungen und Schleichwege vorgesehen sind. Meinem Beispiel attestiere ich keinerlei Allgemeingültigkeit, und mein Lebensweg verläuft so individuell wie jeder andere auch. Aber meine Geschichte zeigt, dass auf Durststrecken nicht bloss eine Oase, sondern langfristig fruchtbarer Boden folgen kann. Egal, wie tief man in der Scheisse steckt: Auf lange Sicht siegt nie die Angst, sondern immer die Liebe.

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