Konsum (Gedicht)

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WpMetadataNoticeLast published Thu, Jul 8, 2021
Und sie fressen beißen schlagen sich den Magen voll Und noch mit vollem Munde hört man sie sagen Dass die Kinder freitags doch um Himmels willen zur Schule gehen solln Warum denn dieser Aufschrei jetzt Ist doch alles Recht und toll Der Tank ist voll der Braten knusprig Es gibt doch nichts worüber man sich beschweren soll Was der Eisbär macht ist uns egal Dann gib uns doch deinen Pelz mich hält er warm Ich beklag mich nicht es ist zu heiß Das einzige was bei mir schmilzt ist mein Stracciatella Eis Ich will mein Fleisch billig Genauso wie mein Rundfunk Vollgepumpt mit Schund und Aufgetakelt rund um Perfekt und schön so soll es sein Pass dich gefälligst an Denn Konsum find ich halt geil Komm lass es uns auf die Spitze treiben Was wir seit Jahrhunderten nicht meiden Wie wäre es von dicken Schweinen Mit denen wir es dann noch treiben Einfach gleich herunter beißen Damit schaffen wir doch gleich nen neuen Markt Und Arbeitsplätze da ist kein Platz für nen Salat Wenn ich euch so zuseh wird mir himmelangst Mir wird schlecht doch euch muss schlechter werden Damit ihr merkt was ihr so macht
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#950
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„Weil ich nichts wert bin." Zischend vor Schmerz will ich ihm meine Hand entziehen, die er noch immer fest umklammert hält. Aber dafür ist es schon zu spät. Mein Ärmel ist ein Stück weit hochgerutscht. Sein Blick ist auf die blauen Flecken, die roten Wunden und die Narben fixiert. In seinen Augen spiegelt sich Entsetzen, Verwirrung und dann Erkenntnis. Vor Schreck zucke ich zusammen, als mir dies bewusst wird. Schnell winde ich mich aus seinem Griff und ziehe den Stoff meines Pullis so weit es geht über meinen Arm, um die Stelle zu bedecken. Aber das ändert nichts an dieser erdrückenden Tatsache: Er hat es gesehen. Ich weiche einen Schritt zurück. Übelkeit beginnt sich in meiner unteren Magenregion auszubreiten. Er hat es gesehen. ~*~*~*~ Emilia hat gerade ihr Abitur mit einem herausragenden Schnitt bestanden. Sie hat ein Stipendium für die beste Uni des Landes bekommen und ihr lang ersehnter Traum vom Journalismus-Studium erfüllt sich. Man könnte meinen, ihr Leben könnte nicht besser laufen. Wären da nicht ihre Selbstzweifel, ihre Erinnerungen an die Vergangenheit und ihr eigens errichteter Kokon. Sie will an der Uni ganz neu durchstarten und alles hinter sich lassen. Doch da hat sie die Rechnung ohne Mason gemacht. Mason ist der Torwart des städtischen Fußballteams und ist damit so ziemlich das Gegenteil von der kaltherzigen, lernenden, arrogant wirkenden Emilia: aufgeschlossen, herzlich und beliebt. Doch Mason glaubt nicht so recht an Emilias Kaltherzigkeit.

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