Dollanpoise oder Die moderne Poison Ivy

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WpMetadataNoticeLast published Wed, Jan 24, 2024
Ich mag nicht kapieren, wie diese Welt ist. Wie sie sich dreht, verändern sich die Jahreszeiten im ganzen Jahr. Im Frühling wachsen weiße Rosen im Hinterhof, im Sommer die Brandwunden von Zigaretten, die im Garten glühen; im Herbst fallen die Blätter auf die Leichen der im Winter verwelkten Blumen. Das Leben verrottet ohne Rosen. Aber nicht für alle Ewigkeit. Denn nichts bleibt gestorben. Im Frühling werden wir wieder leben und im Sommer immer wieder blühen. Das ist, was Veränderung macht. Warum also ist alles auf dieser Welt so unverändert, wenn ich im Gras liege und Autos auf den Straßen lauter rauschen als die Blätter im Wind. Blüht und verwelkt nicht jeder Tag auf die gleiche Art? Was muss geschehen, damit sich endlich etwas ändert? Soll die Welt brennen. Soll ich mich umbringen, damit alle Blumen in mir nicht müde sind? (Triggerwarning für praktisch alles.)
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Vier Wohngruppen in sechs Monaten. Eine Akte voller Diagnosen, Vermerke und Warnungen. Und ein Mädchen, das lieber provoziert, bevor es wieder verletzt wird. Tabea hat gelernt, dass niemand bleibt. Also testet sie. Beobachtet. Greift an, bevor es wehtut. Denn wer nicht bleibt, hat auch nie dazugehört. Jetzt landet sie auf der Holsteinranch, ein Ort weit weg von allem, was sie kennt. Kein klassisches Heim. Kein enger Gruppenalltag. Sondern Menschen, die nicht spielen. Tiere, die nichts erwarten. Und eine Reitlehrerin, die mehr sieht, als Tabea zeigen will. Was passiert, wenn jemand nicht zurückschlägt, sondern einfach stehen bleibt? Wenn Grenzen nicht nur kontrollieren, sondern schützen? Tabea will keine Hilfe. Keine Nähe. Keine leeren Versprechen. Aber vielleicht, ganz vielleicht - ist da eine Chance, die leiser beginnt als alle anderen davor. Ein Roman über Wut, Bindung und das Bedürfnis, gesehen zu werden. Über das, was hinter lautem Verhalten steckt. Und über die eine Chance, die niemand sah, nicht mal sie selbst.

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