Ein Funke Willen

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WpMetadataNoticeLast published Wed, Nov 29, 2023
Gewalt, Verlust, Angst. Daraus bestand mein Leben. ich kannte es nicht anders. Ich wollte es nicht anders. Es ist schlimm, klar, aber ich will nicht mehr Hoffen. Denn Hoffnung tut weh, und ich ertrage mehr Schmerz nicht. Natürlich, ich habe schonmal geliebt. Es war schmerzhaft, sinnlos, und völlig überbewertet. Denn es hat mich getötet. Ich würde jeden Moment zusammenbrechen, von Dunkelheit überschwemmt von der ich mich gern mitgleiten gelassen hätte, wenn da nicht dieser kleine Funke an Willen wäre. Das kleine Feuer in mir, das ich kennen lernen will, entzündet haben will. Einmal, in meinem Leben. Ich will einmal etwas anderes Spüren als Schmerz.
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Was hat mich wirklich motiviert, sie zu erschaffen? War es Neugier? Macht? Einsamkeit? Vielleicht eine Mischung aus allem. Oder hab ich sie einfach nur zu sehr vermisst? Aber das spielt jetzt keine Rolle mehr. Sie weiß nicht, was sie ist. Nicht wirklich. Ich habe ihr erzählt, sie sei ein Experiment - einzigartig, geschaffen mit einem Zweck. Meinem Zweck. Sie kennt keine Vergangenheit. Keine Herkunft. Keine Fragen. Nur Antworten. Meine Antworten. Ich habe ihr beigebracht, was richtig ist. Nicht das, was die Welt da draußen für moralisch hält - oh nein. Meine Wahrheit ist eine andere. Sie reicht tiefer, dunkler. Und sie akzeptiert sie. Weil ich es so wollte. Sie ist mein. Nicht im metaphorischen Sinn. Ganz. Vollkommen. Ihr Geist, ihre Gedanken, ihre Loyalität - alles gehört mir. Sie weiß das. Weil ich es ihr eingetrichtert habe. Wieder und wieder, bis es keine Zweifel mehr gab. Ich bin ihr Anker, ihr Licht, ihr Gott. Sie braucht mich. Ohne mich ist sie leer - eine Hülle. Und das weiß sie. Ich ziehe die Fäden. Ich lenke jeden Schritt. Ich flüstere - und sie gehorcht. Nicht aus Angst. Nicht aus Pflicht. Ich bin ihrer oberste Priorität. Woher ich das Weiß? Weil ich sie so programmiert habe.

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