Wenn die Stille bleibt
Seit Elif tot ist, fühlt sich jeder Tag an wie ein Überleben. Kein Leben. Kein Neuanfang. Nur ein müder Versuch, durch Stunden zu atmen, die sich wie Beton anfühlen.
Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Tage seitdem vergangen sind. Vielleicht, weil ich nicht will, dass es mehr werden. Weil ich Angst habe, irgendwann aufzuwachen und mich nicht mehr an ihre Stimme zu erinnern.
Ich weiß noch, wie sie mich damals in den Arm genommen hat, als ich vor meiner Matheprüfung zitterte. Wie sie gesagt hat: „Solange ich da bin, passiert dir nichts."
Jetzt ist sie nicht mehr da. Und alles
Alle sagen, es wird besser. Irgendwann. Dass Zeit alle Wunden heilt. Aber sie lügen.
Zeit verändert nichts. Sie macht nur taub.
Ich wollte nie wieder jemanden in mein Herz lassen. Zu gefährlich. Zu laut. Zu lebendig.
Und dann kam er. Deniz.