Eigentlich fängt das Ganze nur damit an, dass ich auf dem Weg zum Einkaufen hinfliege. Zwei Mal. Mit dem erhöhten Bordstein habe ich nun einmal einfach nicht gerechnet. Und damit ich keine Blutspuren auf dem Gehweg hinterlasse, will ich so Kerle nach einem Taschentuch fragen. Eigentlich ziemlich logisch und nicht wirklich ungewöhnlich. Tja, das wird's aber, als einer der Jungs, die ich nach besagtem Taschentuch gefragt habe, sich plötzlich seltsam verhält, komischen Kram labert, die ganze Situation eskaliert und ich mich auf einmal in einem Auto wieder finde.
Mit dem komischen Jungen als Fahrer.
Und ohne Kommentar verlässt er mit mir einfach die Stadt.
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Joanna Alexandra Baker, kurz Lexi, wird entführt. Okay, es ist keine richtige Entführung, also jedenfalls wenn sie den Worten Noahs, ihrem Entführer, Glauben schenken sollte. Stattdessen sei es eine Flucht, weil sie in Lebensgefahr schwebe.
Sie ist sich sicher, sie hat es hier mit einem Verrückten zutun. Doch dann tauchen diese Frauen auf, die Metallketten mit einer Handbewegung schweben und in Flammen aufgehen lassen können, und Lexi wird klar, dass die wahre Gefahr wirklich nicht von Noah ausgeht. Denn diese Frauen versuchen mit allen Mitteln, sie umzubringen.
Gestaltwandler? - Existieren nicht.
Außerirdische? - Existieren ebenfalls nicht.
Gestaltwandelnde Außerirdische? - Auf gar keinen Fall!
Gestaltwandelnde Außerirdische, die ein Menschenmädchen als Mate wollen? - Jetzt reicht es aber!
Dabei hatte Alexandra aka Lexa bereits genug Probleme bei den Chonsanern mit dem Sohn der Anführerin gehabt. Jetzt stand sie vor einem noch größeren Problem, das ausgerechnet ihren besten Freund der vergangenen Monate getötet hatte und nun von ihr erwartete, freudestrahlend seine Gefährtin zu werden. Das Vieh hatte doch eine Meise. Warum war sie nicht schneller gelaufen? Warum hatte sie sich nicht besser vor ihm versteckt?
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Die grünen Augen des Panthers lagen auf ihr, studierten jeden Millimeter ihres Gesichts. Er kam wieder näher, pustete sie durch die Nase an. Lexa schlug ihm vehement drauf. Im Gegenzug setzte er sich auf die Beine des Mädchens und legte den Kopf etwas schief.
„Geh von mir runter, du überdimensionaler Flohtransporter."
War er von ihren Worten beeindruckt? Aber sowas von. Nicht! Er ließ sich fallen. Bevor er Lexa unter seinem massiven Körper zerquetschte, fing er sich mit seinen Vorderbeinen ab. Das Mädchen vermochte gerade noch so zu atmen. Wieder schnüffelte er an ihr. Dieses Mal an ihrem Hals. Sein Atem kitzelte ungemein. Unvermittelt fuhren seine Lippen über den empfindlichsten Punkt an ihrem Halsansatz. Kleine Stromstöße rannen durch ihren Körper. Was erlaubte sich dieses Monster?
„Hat deine Mama dir nicht beigebracht, dass man mit seinem Essen nicht spielt?"