Lu
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WpMetadataNoticeLast published Sun, Jul 5, 2015
Die verkümmerten Blumen waren von Schnee bedeckt, der Grabstein unter dieser Last kaum noch als solcher zu erkennen. Sie nahm Lucies Kette und gab sie mir zurück. „Pass gut darauf auf. Für Lucie - und mich.“ Ich nahm Ihr die Kette ab und steckte sie in meine Tasche. „Also dann, hier?“ Ich schüttelte den Kopf. „Das wäre geschmacklos, sogar für mich.“ Sie nickte und steuerte auf den angrenzenden Wald zu. Ich folgte ihr. Schatten. Sie hatte sich entschieden. Es war soweit. Ich atmete ein. Vor Erleichterung. Die Kälte brannte mir in den Lungen. Sie ging langsam. Unsicher. Und doch so selbstbewusst. Ich merkte, dass Sie fror, zog meine dicke Jacke aus und legte sie Ihr über Ihre schmalen Schultern. Sie roch daran und rümpfte die Nase. „Katze“, sagte Sie mürrisch. Dafür dass Sie sterben würde, war Sie erstaunlich gefasst. Ich achtete nicht auf Sie. Ich ging langsam neben Ihr her, die Hände in den Hosentaschen vergraben. Ich war erfüllt von Vorfreude. Ich strich mit der Zunge über meine spitzen Eckzähne. So sollte es sein. Ich würde Sie leiden lassen. Sie sollte zittern. Büßen, dafür, dass Sie mich benutzt hatte. Ich wollte Ihre Seele. Sie zerfleischen wie ein wildes Tier. Mordlust blitzte aus meinen Augen, ich war bereit. Bereit, Ihr Leben zu beenden. Sie blieb stehen. Ich griff nach Ihren Handgelenken und hielt sie fest. Drückte zu, bis Ihre Hände weiß wurden. Sie Atmete schneller. Doch sonst bewegte Sie sich nicht. Ein Rabe schwebte durch den Himmel, landete hinter Ihr im Baum. „Bist du wirklich so weit?“ Ich könnte es schnell machen, aber das würde mir den Spaß verderben, mir die Vorfreude nehmen. „Du hast lange genug gewartet.“ Ich grinste spöttisch. „Es ist schon ironisch, dass ein Teufel Leben rettet, das die Götter nehmen.“
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"Sie waren gemeinsam in den Strömen dieser Welt und stürzten einsam von den Klippen dieser Welt." Da stand er nun vor mir. Schmerz spiegelte sich in unseren Augen wider. Wir hatten verloren. Wir hatten uns selbst verloren. Wann war das nur geschehen? Wie kam es nur dazu? Jeder Atemzug wurde zur Last. "Lass uns abhauen. Jetzt. Sofort. Lass uns gemeinsam glücklich werden Hira. Lass uns unser Leben selber gestalten. Lass uns gehen Hira. Ganz weit weg." Ich musste schlucken. Wie gern hätte ich meine Hand in seine gelegt und ihm signalisiert, dass ich wollte, doch es ging nicht. Wenn ich einen einzigen Schritt auf ihn zugehen würde, ihm meine Hand reichen würde, dann würde er mehrere Schritte in meine Richtung tun und wir würden beide in die Schlucht vor uns fallen. In die Schlucht, die nur wir beide sahen. In die Schlucht, die nur in unseren Gedanken existierte. In die Schlucht, die nur wir sahen, die nur wir spürten, von dessen Existenz nur wir wussten. In die Schlucht des Verrates, der Trauer, des Schmerzes. Und in die Schlucht der Liebe. Ich schüttelte nur meinen Kopf und hielt meine Tränen, so gut wie es ging, zurück. "Es geht nicht. Ich habe es ihnen versprochen. Es tut mir leid", hauchte ich, worauf er langsam seine Hand sinken ließ. Und somit verlor ich meine letzte Chance, um glücklich zu werden. Meine letzte Chance um wieder leben zu können. Doch ich war nun einmal zum Scheitern verurteilt. Offizieller Start: 16.03.2016 Offizielles Ende: 26.03.2018 Cover by: aromanslastwords

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