PROLOG: Der Letzte Blick
Die Kälte in Sarahs Adern war tiefer als der Novemberregen, der auf den weißen Kombi prasselte. Sie lag auf dem schmutzigen Boden der Lagerhalle, die Augen gewaltsam aufgerissen - zwei Fenster, durch die nur noch reiner, stummer Wahnsinn blickte. Die Droge, das Eidolon, hatte ihr das Leben nicht nur genommen, es hatte es Stück für Stück zerbrochen.
Draußen, im Schein der schäbigen Straßenlaternen, kippten zwei Männer ihren leblosen Körper achtlos in einen Berg aus Industrieabfall. Ein Müllsack mehr in einer vergessenen Stadt.
Vier Stunden später, in einem sterilen, weißen Raum, sah Ethan Cole seine Schwester. Er sah die Hämatome, die Kampfspuren, die entstellte Wahrheit.
Der Polizist sprach von einer Überdosis, von einem „traurigen Ende". Doch Ethan sah nur die Kaltblütigkeit, die die Akte vertuschte. Er sah, wie seine Schwester entweiht wurde.
Ein gutturaler, kalter Schrei löste sich aus Ethans Kehle, der nicht nur Trauer, sondern ein blutiges, unumstößliches Versprechen trug:
Sie hatten meine Schwester in die Hölle geschickt. Ich würde die Hölle zu ihnen bringen.
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