Die Academy of Time ist kein Ort, den man findet. Sie ist ein Ereignis. Sie erscheint nur dann, wenn die Zeit selbst innehält - wenn Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für einen flüchtigen Augenblick übereinanderliegen. In diesem Moment öffnet sich ein Riss zwischen Sekunden, so fein, dass ihn nur jene spüren, deren Existenz bereits mit dem Ticken der Welt verwoben ist. Für die Außenwelt vergeht kein Atemzug. Für jene, die gerufen werden, beginnt alles. Die Academy existiert in einem zeitlosen Zwischenraum, gehalten von Chrona - roher Zeitenergie, die sich jeder Linearität verweigert. Innerhalb ihrer Mauern können Jahre vergehen, während draußen nichts geschieht. Niemand erinnert sich an seine Ankunft. Doch niemand vergisst, dass er dort war. Sie schwebt im Nichts: Türme aus schwarzem Stein, silbernem Metall und schimmerndem Glas, verbunden durch bewegliche Brücken wie ineinandergreifende Zahnräder. Uhrenwerke sind Teil der Architektur - freiliegende Mechanismen, schwebende Pendel, Zifferblätter, die sich drehen oder stillstehen, als folgten sie einem eigenen Willen. Im Zentrum thront die Hauptuhr.
Ein gigantisches Ziffernblatt aus hellem Stein, gefüllt mit flüssigem Licht. Ihre schwarzen Zeiger bewegen sich nur, wenn das Schicksal es verlangt. Manchmal stehen sie jahrelang still. Manchmal rasen sie vor und zurück, als wüssten sie selbst nicht, welche Wahrheit gilt. Die Academy atmet.
Gebäude verändern ihre Form, Türen erscheinen und verschwinden, Treppen führen nie zweimal an denselben Ort. Fenster zeigen andere Zeiten: eine Zukunft, die noch nicht existiert, oder eine Vergangenheit, die niemand mehr erinnert. Über dem Campus schweben Schmetterlinge aus schwarzem und violettem Licht - Zeitfragmente, verlorene Sekunden, die Erinnerungen flackern lassen und vergehen.
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