Sie funktionierte.
Noten, Erwartungen, Kontrolle.
Gefühle hatten darin keinen Platz - zumindest keine, die gefährlich werden konnten.
Trotzdem sehnte sie sich nach Nähe.
Nach jemandem, der blieb, ohne dass sie stark sein musste.
Und genau davor hatte sie Angst.
Er war vertraut.
Zu vertraut.
Berührungen, die länger dauerten als nötig.
Blicke, die sie nicht einordnen wollte.
Sie nannten es Freundschaft, weil dieser Name weniger verlangte.
Als sich etwas veränderte,
ging es nicht um Eifersucht,
sondern um die Angst,
den einzigen Menschen zu verlieren,
bei dem Nähe sicher gewesen war.
„Du warst mein Zuhause,
und genau deshalb hatte ich Angst, dich zu lieben."
Ein stiller Roman über Sehnsucht, Verdrängung,
Bindungsangst und falsches Timing -
und darüber, wie schwer es ist, jemanden nah an sich heranzulassen,
wenn man gelernt hat, sich selbst zurückzuhalten.