2011. Vier Tage Konfirmandenfreizeit in Silberborn. Eine Gruppe Jugendlicher, ein Ferienhaus, gemeinsame Aktionen, Gespräche, Lachen...eigentlich genau das, was man erwartet.
Doch zwischen all den anderen bin ich plötzlich nicht mehr nur Teil der Gruppe.
Die kleine Adriana ist dabei.
10 Jahre alt, aus meiner Patenklasse 5Ra. Sie gehört eigentlich gar nicht zu meiner Gruppe, fährt aber trotzdem aus Gründen mit. Sie ist leise, unsicher und bleibt von Anfang an bei mir. Während die anderen sich einleben, Freundschaften vertiefen und ihren Platz finden, wird sie zu meiner Aufgabe.
Und ich ziehe mich immer mehr aus der Gruppe zurück.
Ich will mich alleine um sie kümmern. Ich will die Kontrolle behalten, entscheiden, was passiert, ohne die Betreuer:innen, ohne Hilfe von außen. Während um mich herum alles weiterläuft, entsteht zwischen mir, Adriana und der Gruppe eine Distanz, die immer größer wird.
Kleine Dinge bleiben unausgesprochen. Situationen werden übergangen. Und ich merke, wie sich etwas verändert, in mir und zwischen uns allen.
Und plötzlich geht es nicht mehr nur um vier Tage Konfirmandenfreizeit. Sondern darum, wie weit man gehen kann, wenn ein kleines Kind plötzlich Hilfe braucht.
Was passiert, wenn man glaubt, alles alleine schaffen zu wollen?
Eine wahre Geschichte über Verantwortung, Macht, Überforderung und Momente, die alles verändern.
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