Tipsy
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WpMetadataNoticeLast published Wed, May 20, 2026
Für dich. Es gibt Dinge, die man nicht verliert, weil sie nie ganz gegangen sind. Du bist so eins davon. Manchmal denke ich, ich hätte dich mir nur ausgedacht, zu schön, zu intensiv, zu viel für die Realität. Aber dann sehe ich die Spuren, die du hinterlassen hast, und ich weiß, dass du echt warst. Dass wir echt waren. Ich habe gelernt, ohne dich zu leben. Irgendwie. Stiller, vorsichtiger... weniger. Aber manchmal, in den falschen Momenten, in den zu ruhigen Nächten, frage ich mich, ob wir uns vielleicht einfach nur zur falschen Zeit getroffen haben. Und ob es irgendwo ein Leben gibt, in dem wir geblieben sind. Falls du jemals wieder vor mir stehen solltest, würde ich dich diesmal festhalten. Nicht für immer. Nur ein kleines bisschen länger. Aber vielleicht, doch für immer. - Amy
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Raum 204

Skye Novak hat gelernt, dass man der Realität am besten mit einer Kapuze tief im Gesicht und einem chemischen Schleier in den Adern begegnet. Als sie in Raum 204 auf Theresa Berger trifft, scheinen die Fronten geklärt: Hier die rebellische Schülerin, dort die unnahbare Lehrerin für Psychologie, die in ihrem Porsche wie eine Statue aus Marmor auf das Schulgelände gleitet. ​Doch Skye sieht das, was alle anderen übersehen. Hinter den perfekt gebügelten Seidenblusen und der kühlen Distanz verbirgt Theresa ein Echo der Vergangenheit, das sie beinahe vernichtet hätte. Skye bemerkt das winzige Zittern an Theresas Hals und das Beben ihrer Hände - ein Spiegelbild ihres eigenen inneren Bebens. Theresa ist nicht die unfehlbare Analytikerin; sie ist eine Frau, die ihre eigene Rüstung aus Disziplin nur mühsam aufrechterhält, um nicht an der Stille ihrer eigenen Wahrheit zu ersticken. ​Was als kühles psychologisches Duell beginnt, wird zu einer gefährlichen Obsession. Jenseits von Noten und Lehrplänen teilen sie Momente, die niemals existieren dürften. Doch während das Visier ihrer Masken langsam hochklappt, stellt sich die Frage: Werden sie am Ende voreinander bestehen - oder sich in dem Feuer, das sie gemeinsam entfacht haben, gegenseitig verbrennen? ​„Du musst das nicht alleine machen", sagte Skye leise. Theresa versteifte sich. Es klang warm. Menschlich. ​„Was meinst du?", fragte Theresa heiser. „Das, was du vorhin gefragt hast", antwortete Skye. „Ob es nicht klüger ist, einsam zu sein, als wehrlos. Ich kenne das Gefühl. Ich weiß, wie es ist, wenn man denkt, man müsste eine Festung sein, weil man draußen nur verletzt wird". ​Theresa hob den Kopf. Ihre Augen waren glasig, der Schutzwall aus Arroganz und Intellektualität war vollkommen in sich zusammengestürzt. Für einen Moment sah sie Skye nicht als Schülerin, sondern als einen Menschen, der ihr in der Dunkelheit eine Hand hin hielt.

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