Manche Träume sind zu schwer, um sie alleine zu tragen.
Iven schläft, aber sie findet keine Ruhe. Nacht für Nacht kehrt die Dunkelheit zurück - formlos, unerbittlich, ein Echo von etwas, das sie nicht benennen kann und nicht vergessen darf. Was sie nicht weiß: Sie wird beobachtet.
Nyr existiert seit jeher am Rand der menschlichen Welt. Als Hüter der dunklen Träume ist es seine Aufgabe, das Gleichgewicht zu wahren - einzugreifen, wenn die Dunkelheit zu schwer wird, und wieder zu verschwinden, bevor jemand seine Anwesenheit bemerkt. Er hat das Leid der Menschen gesehen, hat es geordnet und geformt, ohne je davon berührt zu werden.
Bis er Iven findet.
Oder bis Iven ihn findet. Denn in ihren Träumen geschieht etwas, das Nyr in Jahrtausenden nicht erlebt hat: Sie gibt nicht nach. Und er - der nie geblieben ist, der nie gebraucht hat, der nie gefühlt hat - bleibt.
Der Herr der dunklen Träume ist eine Geschichte über das, was entsteht, wenn Dunkelheit auf jemanden trifft, der sie bereits kennt. Über Vertrauen, das sich seinen Weg durch Schweigen und Schatten bahnt. Und über die merkwürdige, gefährliche Möglichkeit, dass selbst ein ewiges Wesen lernen kann, jemanden zu brauchen.
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