Sechs Monate. Eine fremde Stadt. Und ein Mensch, der nie Teil des Plans war.
Als Sophie Collins die Möglichkeit bekommt, für ein Semester an einem Artist-in-Residence-Programm in einer kleinen Küstenstadt Neuenglands teilzunehmen, ist ihre erste Antwort eindeutig: nein.
Ihr Leben ist in Boston. Ihre Arbeit, ihre Wohnung, ihr bester Freund. Es gibt keinen vernünftigen Grund, all das für sechs Monate hinter sich zu lassen.
Bis ihr bester Freund sie fragt, wann sie zuletzt etwas getan hat, dessen Ausgang sie nicht schon vorher kannte.
Wenige Wochen später sitzt Sophie in einem Café am Meer, ihre Kamera neben sich und ihr zerlesenes Lieblingsbuch von J. M. Vale in der Hand.
Dort begegnet sie Julian Mercer.
Zurückhaltend, scharfsinnig und mit der irritierenden Angewohnheit, ausgerechnet zu den Dingen eine Meinung zu haben, die Sophie liebt. Aus einem Gespräch über Bücher wird ein zweites. Aus zufälligen Begegnungen werden gemeinsame Nachmittage, Diskussionen, Spaziergänge und Nachrichten zu Uhrzeiten, zu denen vernünftige Menschen längst schlafen.
Julian und Sophie sind Freunde.
Zumindest nennen sie es so.
Doch während Sophie versucht, in ihrer Fotoreihe After People festzuhalten, was Menschen hinterlassen, wenn sie längst gegangen sind, rückt das Ende ihres Aufenthalts immer näher.
Denn sechs Monate waren immer nur sechs Monate.
Und plötzlich ist Sophie nicht mehr sicher, ob die schwierigste Entscheidung wirklich war, zu gehen.
Vielleicht ist es die Frage, was passiert, wenn man zum ersten Mal einen Grund findet, bleiben zu wollen.
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