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Meerblau

Meerblau

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WpMetadataNoticeLast published Thu, Sep 17, 2015
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Fiction
Romance
Die Blicke der Anderen sind fern, sehr fern. Verklärt. Sie gleiten über mich, doch sie sehen es nicht. Sie sehen nur mich. Meinen Körper, aber mehr nicht. Sie sehen, was sie zu sehen meinen, was sie sehen wollen. Doch die Wahrheit; dafür sind sie blind. ~ Sie werfen mit Worten nach mir, scharf und spitz wie Dolche. Schneiden tief in mein Fleisch. Und merken es nicht. Tief Rot quillt das Blut hervor und nimmt jede Kraft mit. Bis er auf einmal da ist. Und sanfte Worte wie Balsam auf die Wunden legt, während er mich stützt. Mein Fels im weiten, tosenden Meer. Er beruhigt mich, so sicher, als habe er nie etwas anderes getan. Hält mich ganz fest. Ich habe mich noch nie so behütet gefühlt. ~ [Cover: @Zupfkuchen] [Text/Figuren: @Goldregen]
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#346
gebrochen
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Ich musste im Wald verschwinden. Sofort lief ich auf den Rand der Lichtung zu. Ich musste so viel Abstand zwischen sie und mich bringen wie möglich. Wer weiß, was es ihr sonst antuen würde. Meine Füße flogen über den unebenen Waldboden. Oft drohte ich über eine Wurzel zu stolpern oder in einen tiefhängenden Ast zu laufen. Hoffentlich folgte sie mir nicht, um mich zur Rede zu stellen. Das Ziehen wurde stärker, schmerzvoller. Warum konnte ich nicht sportlicher sein? Meine Seite stach und ich konnte meinen Herzschlag in meinem Hals spürten. Ich atmete lautstark durch meinen Mund und ich spürte Schweiß auf meiner Stirn und unter meinen Achseln. Der Schmerz nahm zu. Ich verzog meine Gesichtszüge. Keuchend lief ich noch ein paar Schritte nach vorne. Wohin war ich gelaufen? Meine Knie gaben unter mir nach und ich fiel nach vorne. Kleine Steine bohrten sich in meine Knie und in meine Handflächen. Meine Haare klebten mir nass an meiner Stirn. Das Ziehen war nun unerträglich. Meine Muskeln spannten sich an und verkrampften sich. Schmerzerfüllt stöhnte ich auf und kniff meine Augen zusammen. Unbewusst hielt ich die Luft an. Es begann. Mein Atem wurde schneller und ging nun stoßweise. Meine Knochen knackten als ich anfing mich zu verändern. Mein Rücken wurde breiter und länger. Plötzlich knackte ein Ast hinter mir. Sofort fuhr ich zur Geräuschquelle herum. Meine Augen weiteten sich als ich Astrids Gesicht zwischen den Baumstämmen ausmachte. Nein, genau das wollte ich doch verhindern! Schmerz trübte meine Sicht. Noch nie hatte eine Verwandlung sich so sehr in die Länge gezogen aber bis jetzt hatte ich auch keinen Grund gehabt gegen sie anzukämpfen. Meine Haut wurde rau und schuppig. Oh nein, es war schon fast vorbei! „Lauf, bitte, ich will nicht, dass es dir weh tut!", keuchte ich flehend während ich ihr verzweifelt in die schockierten, weit aufgerissenen Augen schaute.

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