MIND CRAP

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WpMetadataNoticeLast published Mon, Jul 9, 2018
Ich setze mich auf den hellen Sessel, den ich gerade noch umgedreht hatte, um in die Richtung des schwarzen niedrigeren Sofas zu zeigen. Mein Chaos an Stiften, Handy und Skizzenbuch ordnend setzte ich mich die Beine überschlagend in den Sessel. Das Polster gab nach und ich legte meine Arme auf die Lehnen. Das offene Skizzenbuch auf meinem Schoß. 'Ich fühl mich wie der King in dem Sessel' bemerkte ich. 'Oder es hat was von einer Therapiesitzung.' antwortete mir mein Gegenüber, der sich halb liegend halb sitzend ausgebreitet hatte, einen Bleistift in der rechten Hand. Ich musste lachen. 'Meine Mutter ist Therapeutin...' 'Dann fangen wir mal an, Frau...' 'Summers, wie der Sommer' 'Frau Summers' (...) Diese und weitere Kurzgeschichten und Texte könnt ihr hier lesen.
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#24
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Dieses ungute Gefühl: Als ich in meine Straße einbiege, bemerke ich ein Grummeln im Bauch, ein unangenehmes Ziehen. Ich will eigentlich wieder umkehren, zurück in Milenas Wohnung und mich verkriechen, mich vor dem notwendigen Gespräch verstecken, aber es hilft nichts. Wir müssen reden. In der Wohnung angekommen, merke ich, dass Jonas nicht da ist. Hatte er nicht gesagt, er wäre erst am Abend verabredet? „Mhm, vielleicht hab ich mich auch nur verhört", denke ich mir und gehe ins Schlafzimmer an meine Kommode. Ich öffne die Unterwäscheschublade und ziehe eine frische Unterhose raus, als ich ein *pling* höre und Jonas aufgeklappten Laptop auf dem Bett sehe. Eine Desktop-Notification ploppt auf. „Bonni: ETA in 5 Min." Bonni. Ich spüre meinen Puls, er hämmert wie verrückt. Im Hals, im Magen, im Kopf. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde wird mir alles klar. Bonni. Jonas Ermutigung, dass ich nach Bali fliegen soll. Sein Zuspätkommen zur Bürofeier. Seine angeblichen Partyabende mit seinem besten Kumpel. Alles Bullshit, Bullshit, Bullshit! Ich nehme seinen Laptop und gebe ein Passwort ein. Das, was er eigentlich an allen Gerätschaften verwendet. Ich war noch nie an seinem Laptop. Noch nie an seinem Handy. Meine schwitzigen Hände sagen mir „Das darfst du nicht tun", aber ich weiß, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Das Passwort allerdings schon. Ich bin drin. Ich lese nur zwei Messenger-Nachrichten und bekomme bestätigt, was mein Unterbewusstsein schon vor zwei Minuten gecheckt hat. Ich kann nicht mehr atmen, ich schnappe nach Luft, als auch schon meine Beine nachgeben und ich mit einem lauten Rumms auf dem Fußboden vor unserem Bett lande. Alles dreht sich und ich habe ein Rauschen auf den Ohren. Das kann nicht sein, das ist nicht wahr, nein, das kann einfach nicht sein. Ich versuche mich aufzurichten, ziehe mich am Bettrahmen hoch und lese die Nachrichten noch einmal. Kein Zweifel: Jonas betrügt mich.

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