Eine wie Amira

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WpMetadataNoticeLast published Mon, Apr 1, 2013
"Er sitzt jetzt schon zwei Tage an ihrem Bett!" flüsterte die Krankenschwester zu der Ärztin. "Er hält die ganze Zeit ihre Hand!" gab sie hinzu. Die Ärztin nickt und sah zu den beiden Jugendlichen. Vor zwei Tagen wurde das Mädchen eingeliefert. Sie war keine 18 Jahre alt. Sie hatte einen Auto unfall und die Polizei ging von einem Selbstmordversuch aus. Man fand auf der Autobahn vor dem Brückenpfeiler keine Bremsspuren. Der Junge redete mit niemandem, außer mit dem Mädchen. Er lies sie nie allein, nicht mal wenn sie untersucht wurde, dann wartete er vor der Tür. Aber die Ärzte glaubten nicht daran, dass das Mädchen je wieder aufwachen würde. Wenn, dann würde es an ein Wunder grenzen. Denn sie lag im Koma. Taylor saß mit roten Augen vor ihr. Sie war an Schläuche angeschlossen. Sie sah so blass aus. Er seufzte erschöpft und küsste ihre Hand. "Ich liebe dich, Liebes. Egal was je sein wird" versicherte er ihr ohne zu wissen ob sie es überhaupt hörte. Seine Augen füllten sich mit Tränen und er wischte sie schnell mit dem Handrücken aus den Augenwinkeln. "Ich verlasse dich nicht. Ich bleibe bei dir" flüsterte er und legte seine Stirn an ihre Kalte Hand. Wieso wollte sie sich umbringen?, fragte er sich immer wieder. Er wollte ihr nie weh tun. Wollte nie, dass so etwas passiert und wollte sie schon gar nicht verlieren. Aber er war Schuld. Wäre er bloß Rücksichtsvoller mit ihr umgegangen. Hätte er sie doch bloß nciht betrogen. Aber sie hätten doch reden können. Aber es war allein seine Schuld, er wusste wie labil sie war und hatte alles auf eine Karte gesetzt. Er richtete sich auf und strich ihr behutsam eine Strähne aus dem Gesicht. "Bitte verlass mich nicht" flehte er unter Tränen
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Der erste Sonnenstrahl stahl sich durch das schmale Fenster, tastete sich langsam über das zerwühlte Bettlaken, bevor er ihre Wange berührte. Ein sanftes, goldenes Licht, das sie aus der Dämmerung ihrer Träume zog. Sie blinzelte, streckte sich unter der schweren Decke. Noch ein Tag. Noch ein weiteres Kapitel in einem Buch, dessen Handlung längst vorhersehbar war. Der Duft von altem Holz und abgestandenem Kaffee hing in der Luft, vermischt mit der fernen Melodie einer Stadt, die sich gerade erst aus ihrer nächtlichen Starre löste. Maschinen, Stimmen, Leben. Alles war in Bewegung - nur sie fühlte sich, als würde sie auf der Stelle treten. Ihr Blick glitt durch den kleinen Raum. Alles an seinem Platz. Die Bücher, fein säuberlich geordnet, als könnten sie eine Ordnung in ihr Inneres bringen. Jedes Stück sorgsam ausgewählt, jedes Objekt eine stumme Erinnerung an Kontrolle. Kontrolle, die sie brauchte, um nicht zu ertrinken. Doch selbst die makellose Oberfläche ihres Lebens konnte nicht verbergen, dass darunter etwas nagte. Etwas, das nach ihr griff, das in den stillen Momenten zwischen den Seiten ihres Alltags lauter schrie als alles andere. Ein Verlangen, unbestimmt, unfassbar - aber unaufhaltsam. Als sie den ersten Schluck Kaffee nahm, brannte er auf ihrer Zunge, doch sie genoss den Schmerz. Ein kurzer Moment, in dem sie sich spürte. Draußen erwachte die Stadt. Autos rollten über den Asphalt, Menschen eilten zur Arbeit. Jeder von ihnen trug seine eigene Geschichte in sich, eigene Sehnsüchte, eigene Narben. Und sie? Sie war nur eine Beobachterin am Rande des Spielfelds, gefangen zwischen Routine und dem tauben Echo einer Frage, die sich in ihr brannte: Wann wird sich endlich etwas ändern?

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