What if...?

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WpMetadataNoticeLast published Wed, Jun 16, 2021
Das Hinterfragen von Entscheidungen, Worten und Taten ist eine der liebsten Beschäftigungen der Menschen. Sie denken, sie würden ihr Gehirn damit bereichern. Aber meistens hat das Hinterfragen negative Auswirkungen auf die Psyche. Man wird skeptisch, abwertend und beginnt über andere zu urteilen. Die schlimmste Konsequenz trägt man aber selbst, Zweifel. Selbstzweifel. Man fragt sich was wäre, wenn? Darauf folgt Schuldzuweisung. Hätte ich das doch bloß nicht getan! Und in den meisten Fällen kommt die Bestrafung. Ekel vor der eigenen Person, physische Gewalt am eigenen Körper und Die Abwertung der eigenen Person. „Was wäre, wenn.." hat genau diese Art einer Person aus mir gemacht. Denn hat man zu viel Zeit beginnt dieser Prozess von selbst. Niemals hätte ich ahnen können, dass dieses „was wäre, wenn..." auch auf Situationen von Leben und Tod zutreffen würde. Es fing alles damit an, dass ich diesen Mann kennenlernte..
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Ist es schräg, erst mit 26 Jahren erstmals Geschlechtsverkehr zu haben? Ist es ungewöhnlich, suchtgefährdet zu sein? Ist es verwerflich, psychisch zu erkranken? Obwohl ein Grossteil der Leute diese Fragen wahrscheinlich mit "Nein" beantworten würde, sind die angesprochenen Themen alle mit Tabus behaftet. Dabei könnte man doch einfach darüber sprechen. Mit dem vorliegenden Buch ist die Hoffnung verbunden, dass künftig weniger Leid dadurch entsteht, weil man über vermeintlich ungewöhnliche Erscheinungsformen des Lebens den Mantel des Schweigens hüllt. Erst durch einen offenen Umgang mit dem, was war, eröffnet sich die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, was wird. Mein Leben als junger Erwachsener war orientierungslos. So deutlich ich spürte, was ich wollte, so unklar war mir, wie sich dieses Streben umsetzen liess. Am belastendsten aber war, dass ich mit emotionalen Defiziten aus der Pubertät hervorgegangen war, die einer glücklichen Liebesbeziehung hartnäckig im Weg standen. Weshalb das so war, verstand ich lange nicht. Rückblickend stelle ich erleichtert fest: Kehrtwenden sind im Leben auch jenseits der Jugend möglich. Aber blitzartige Veränderungen von heute auf morgen gehören ins Reich der frommen Wünsche. Ein Wandel falscher Sichtweisen und kontraproduktiver Angewohnheiten ist ein Langzeitprojekt, bei dem keine Abkürzungen und Schleichwege vorgesehen sind. Meinem Beispiel attestiere ich keinerlei Allgemeingültigkeit, und mein Lebensweg verläuft so individuell wie jeder andere auch. Aber meine Geschichte zeigt, dass auf Durststrecken nicht bloss eine Oase, sondern langfristig fruchtbarer Boden folgen kann. Egal, wie tief man in der Scheisse steckt: Auf lange Sicht siegt nie die Angst, sondern immer die Liebe.

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