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WpMetadataNoticeLast published Mon, Mar 28, 2016
Ich saß auf dem Dach und sah die Sterne am Horizont an. Ein leichter Wind blies aus dem Westen. Es war bereits tief in der Nacht und wie jedes Mal war ich an diesem Ort, schaute auf den klaren Himmel, der Mond schien hell, ich dachte über alles nach, was passiert ist und was passieren wird... an alle schönen Momente und an Augenblicke, die ich am liebsten aus meinem Kopf raus reißen würde. Jeden Abend kletterte ich aus meinem Zimmerfenster und saß auf unserem flachen Dach. Viele hielten es für eigenartig, und ich gebe auch zu, dass ich kein normales Mädchen bin, wie man es von einer 13-jährigen erwartet. Ich glaubte an Wunder, hatte viele Fantasien im Kopf, die vielleicht auch nur ich sah. Aber oft träumte ich von Dingen, die auch in echt geschahen. Und meist wunderte ich mich selber, was mir alles in mein Leben tritt. Wie aus dem nichts. Ich verlor schon mit sehr frühen Jahren meine Familie und lebe deshalb bei Pflegeeltern, die aber fast nie zu Hause sind. Oft bin ich allein, aber meine beste Freundin macht mir das Leben bunter. (Leider geht sie auf eine andere Schule.) Ohne sie wäre alles grau, leblos und einsam. Sie ist auch die einzige Person, der ich noch vertrauen kann, denn oft spielen die Menschen mit meinen Gefühlen, weshalb ich immer jedem ein kaltes, gefaktes Lächeln aufsetze, damit jeder meint, dass es mir gut geht. Ich bin eigentlich sehr schüchtern, aber auserhalb dieses freundelosen Gefängnisses namens Schule bin ich das genaue Gegenteil. Wer mich besser kennt weiß, wie ich wirklich bin. Viele kennen nur meinen Namen, aber meine Geschichte ist etwas, dass ich niemanden erzählen werde, sonst werde ich wieder verletzt. Vielleicht vertraue ich einer falschen Person, einer Person, die alles weiter erzählt, hinter meinem Rücken. Die mein Herz wie ein Stück Glas zerbricht in tausende von kleinen Scherben. Eine Person, die mein Leben ruiniert und mit meinen Gefühlen spielt - Nein - meine Story ist etwas, das ich für mich behalte.
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Ich musste im Wald verschwinden. Sofort lief ich auf den Rand der Lichtung zu. Ich musste so viel Abstand zwischen sie und mich bringen wie möglich. Wer weiß, was es ihr sonst antuen würde. Meine Füße flogen über den unebenen Waldboden. Oft drohte ich über eine Wurzel zu stolpern oder in einen tiefhängenden Ast zu laufen. Hoffentlich folgte sie mir nicht, um mich zur Rede zu stellen. Das Ziehen wurde stärker, schmerzvoller. Warum konnte ich nicht sportlicher sein? Meine Seite stach und ich konnte meinen Herzschlag in meinem Hals spürten. Ich atmete lautstark durch meinen Mund und ich spürte Schweiß auf meiner Stirn und unter meinen Achseln. Der Schmerz nahm zu. Ich verzog meine Gesichtszüge. Keuchend lief ich noch ein paar Schritte nach vorne. Wohin war ich gelaufen? Meine Knie gaben unter mir nach und ich fiel nach vorne. Kleine Steine bohrten sich in meine Knie und in meine Handflächen. Meine Haare klebten mir nass an meiner Stirn. Das Ziehen war nun unerträglich. Meine Muskeln spannten sich an und verkrampften sich. Schmerzerfüllt stöhnte ich auf und kniff meine Augen zusammen. Unbewusst hielt ich die Luft an. Es begann. Mein Atem wurde schneller und ging nun stoßweise. Meine Knochen knackten als ich anfing mich zu verändern. Mein Rücken wurde breiter und länger. Plötzlich knackte ein Ast hinter mir. Sofort fuhr ich zur Geräuschquelle herum. Meine Augen weiteten sich als ich Astrids Gesicht zwischen den Baumstämmen ausmachte. Nein, genau das wollte ich doch verhindern! Schmerz trübte meine Sicht. Noch nie hatte eine Verwandlung sich so sehr in die Länge gezogen aber bis jetzt hatte ich auch keinen Grund gehabt gegen sie anzukämpfen. Meine Haut wurde rau und schuppig. Oh nein, es war schon fast vorbei! „Lauf, bitte, ich will nicht, dass es dir weh tut!", keuchte ich flehend während ich ihr verzweifelt in die schockierten, weit aufgerissenen Augen schaute.

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